Warum rasieren sich Radsportler die Beine?

Ja warum eigentlich nicht? Wie sieht das denn aus: haarige Beine in engen Shorts…

Von der Ästhetik mal abgesehen; es hat einige Vorteile, sich als Profirennfahrer die Beine zu rasieren. Auch als ambitionierter Hobbyradsportler gelten glatte, braune Beine als Statussymbol, jede Krampfader ist ein Zeugnis für das bereits durchgestandene Leiden auf dem Rad  – und die hart erarbeiteten Muskeln kommen einfach besser zur Geltung. Ausserdem gehört es einfach dazu. Du hast ein teures Rad, die schönste Uniform aber haarige Waden? Wer sich dem Radsport verschreibt, befolgt auch dessen Regeln.

Bräunungssteifen, Sturzfolgen, glatte Beine – Foto: tetedelacourse (Flickr) CC-BY-NC-SA

Spaß beiseite. Ein wichtiger Grund pro-Rasur: die täglichen Massagen der Profis während der Runfahrten sind weniger schmerzhaft und man bekommt keine Hautirritationen durch das zerren an den Haarwurzeln. Diese Massagen nach den Rennen sind nicht mit den üblichen, angenehmen Massagen vergleichbar, welche man an Weihnachten seiner Mutter schenkt. Team-Masseure/innen haben riesige, kräftige Hände und greifen damit ordentlich zu. Nach 200km auf dem Rad und je nach Muskelverhärtung ist das mehr oder weniger schmerzhaft.

Thema Wunheilung

Ausserdem verheilen Wunden durch Stürze schneller, weil Haare in der Regel zur Entzündung der Stelle beitragen. Um Entzündungen zu vermeiden und die Heilung zu beschleunigen, gibt es während der Rundfahrten auch eine harte aber effektive Methode: die Wunde wird unter der Dusche „ausgebürstet“ um die Haut vom Asphalt zu befreien. Jep, ausgebürstet, mit einer Handbürste.

Es ist natürlich nach Stürzen einfacher den Verband zu entfernen, wenn sich keine Haare zwischen Haut und Tape befinden. Selbiges gilt auch für das oft benutzte Kinesio-Tape am Knie.

Manchmal wird ein weiterer Vorteil genannt, welcher allerdings nicht wirklich ernst genommen werden kann: Luftverwirbelungen, welche am unrasierten Bein entstehen, kosten dem Fahrer angeblich 2-3 Watt an Leistung, weshalb z.B. auch Profi-Schwimmer heutzutage die Ganzkörperrasur bevorzugen.

Es soll tatsächlich noch Menschen geben, welche sich über rasierte Männerbeine oder enge Spandexhosen lustig machen. Dagegen gibt es nur ein Mittel: Zusammenschnitte von Stürzen auf YouTube. Wenn man in diese lästige Debatte schon einsteigen muss: gibt es einen härteren Typen als ein Radfahrer, welcher bei Tempo 50 stürzt, wieder aufsteht und das Rennen zu Ende fährt?

1 Kommentar

  1. […] Vier (zugegeben ziemlich lange) Artikel im Jahr reichen anscheinend, um eine Presseakkreditierung für die Tour of California zu bekommen. Im Rahmen meiner Bachelorarbeit bin ich sowieso in den USA, wieso also nicht die Westküste und das “echte” Amerika im Schlepptau eines Rennens entdecken? Das Essen im Presseraum ist umsonst und das WLAN stabiler als in den meisten Hotels – ausserdem tue ich im Grunde das, was die Rennveranstalter und Tourismusbüros eigentlich bezwecken wollen: ich komme nach Kalifornien als Tourist. Ich lasse Geld in (billigen) Hotels und schwärme zuhause von der Natur und den Menschen. Als Radsportfan das Land im Rahmen eines großen Rennens zu entdecken war die beste Idee der Redaktion, seit dem Artikel über rasierte Männerbeine. […]

    Antworten

Kommentar verfassen