Vorschau: Die UCI Weltmeisterschaften 2014

Nachdem Bradley Wiggins beim Zeitfahren am Mittwoch schon eher unverhofft den dreimaligen Weltmeister Tony „Panzerwagen“ Martin beim Zeitfahren besiegt hat, könnte auch der hügelige Kurs beim Straßenrennen am Sonntag für Überraschungen sorgen.

Der Streckenverlauf liegt eher den kräftigen, kletterfähigen Fahrern im Feld, die jedoch auch ihre Reserven für einen eventuellen Sprint am Schluß aufheben können.

Die üblichen Verdächtigen

Peter Sagan ist als Einzelfahrer immer eine Gefahr, mit der man rechnen muss. Der Slowake hatte jedoch in Sachen Platzierungen in diesem Jahr weniger Glück: vier zweite Plätze bei der Tour de France, dafür aber erneut das Grüne Trikot als Sieger der Punktewertung. Die Vuelta ließ er langsam angehen, da er sich nach eigener Aussage auf die Weltmeisterschaft konzentrieren wollte. Ein großer Nachteil für Sagan: er bringt ein schwaches Team mit, welches nur ihn und die beiden Velits-Brüder Peter (BMC) und Martin (OPQS) umfasst.

Foto: Ticino Turismo ( CC-BY-NC

Foto: Ticino Turismo (Flickr) CC-BY-NC

Auch Fabian Cancellara tritt nur mit einer Dreier-Mannschaft an, hat jedoch im Gegensatz zu Sagan in der Vergangenheit bewiesen, dass er sich auch alleine durchsetzen kann. Cancellara hatte sogar das Zeitfahren am Mittwoch ausgelassen, um seine Kräfte für Sonntag zu sparen. Ein besonderer Ansporn für ihn: sein Karriereende ist nicht mehr weit, das nächste Ziel für ihn wäre wohl nur noch der Stundenrekord zu brechen, den Jens Voigt vor kurzem aufstellte (bevor Bradley Wiggins ihn anpeilt).

Bei den Wettmachern ist Simon Gerrans der hohe Favorit, der bei den letzten Saisonrennen eine gute Form bewies und vor knapp zwei Wochen sowohl den Grand Prix Cycliste de Montréal als auch den Grand Prix Cycliste de Québec gewann. Gerrans hat ein besonders starkes Team, muss sich die Leaderrolle jedoch mit Michael Matthews teilen, der in dieser Saison mit Siegen bei der Giro und der Vuelta seinen Durchbruch erlebte. Übrigens: Sportwetten online mit den besten Quoten bei William Hill.

Ein Heimvorteil ist ein notorisch überbewertetes Kriterium, und auch die vielen Top 3 Platzierungen zählen bei Alejandro Valverde’s Vergangenheit nicht viel. „Der Unbesiegbare“ sorgte im letzten Jahr schon für gewaltigen Unmut in seinem Team, als er, wie dieser ihm später vorwarf, seinem Kapitän Joaquim Rodriguez in den letzten Metern nicht half, und daraufhin Valverde’s Teamkollege Rui Costa das Regenbogentrikot gewann. Valverde wird nicht nur aufgrund seiner Haare kontrovers diskutiert, wahrscheinlich auch im eigenen Team.

Geheimfavoriten

Alex Howes, Foto: Wooly Matt (Flickr) CC-BY-NC-ND

Alex Howes, Foto: Wooly Matt (Flickr) CC-BY-NC-ND

Die USA starten mit einem fast jungfäulichen Team. Der mit 34 Jahren älteste Amerikanische Teilnehmer ist Eric Marcotte, der überraschende Landesmeister auf dem US Continental Ligateam SmartStop Pro Cycling. Kapitän wird Garmin’s Alex Howes sein, der nach einer Verletzung spät aber fit in die Saison startete. Die USA stellen vermutlich das erste Team in 10 Jahren, in dem noch kein Fahrer mit Lance Armstrong in einem Team fuhr.

Der Grund warum in jedem Jahr ein Brite als Favorit gehandelt wird, liegt wohl an der Übermacht der Britischen Medien im Radsport. Bei Mark Cavendish hat es im Jahr 2011 hervorragend funktioniert, weil sich das gesamte Team für ihn aufopferte und der Britische Radsport auf dem Höhepunkt seiner Popularität stand. In diesem Jahr ist es fraglich, ob Chris Froome, Pete Kennaugh und Geraint Thomas sich auf den unscheinbaren Teamleader und Teamkollegen Ben Swift konzentrieren werden und ob die Yates Brüder (beide Orica-GreenEdge) nich doch einen Alleingang starten.

Um das Deutsche Team ist es überraschend ruhig, dabei stehen John Degenkolb Fahrer wie Andre Greipel, Simon Geschke, Tony Martin und Paul Voss zur Seite, die ihn über die 254 Kilometer einige Arbeit abnehmen können. Der Kurs ist eventuell ein wenig zu schwer für Degenkolb, der nach dem Sieg des Punktetrikots bei der Vuelta noch einige Tage aufgrund einer entzündeten Wunde im Krankenhaus verbringen musste. Falls es jedoch, wie von einigen vermutet, zu einem Sprint aus einer kleinen Gruppe kommt, hat er des öfteren bewiesen, dass er auch nach einer harten, langen Etappe die letzten Kraftreseven mobilisieren kann.

Dieser Beitrag entstand durch Unterstützung eines Online-Wettbüros

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