Rückblick: Paris-Roubaix 2013

Anstatt euch an dieser Stelle den Rennverlauf wiederzugeben, haben wir uns dazu entschieden, euch einen etwas anderen Rückblick zu geben – Ein Sammelsurium aus gesammelten Rückblicken, Hintergrundinfos und Schilderungen von Fahrern, die selbst dabei waren. Wer die diesjährige, äußerste spannende Austragung von Paris-Roubaix verpasst hat oder einfach nur zwei Stunden seiner Zeit sinnvoll verschwenden möchte, kann sich das Rennen hier noch einmal komplett mit englischem Kommentar ansehen.

Zuerst: das Team Blanco Procycling hatte die großartige Idee, eine Auswahl ihrer Fahrer in einem vorher/nachher Video zu verewigen. Die Gesichter sprechen für sich!

Wie es jedoch dem unteren Ende des Pelotons erging, wenn ein paar Fahrer der eigenen Radsportlerehre wegen versuchten dem Besenwagen zu entkommen und dennoch, teils aufgrund von vorausgegangenen Stürzen, teils einfach aufgrund der Tatsache, dass Paris-Roubaix der schwerste Eintagesklassiker der Saison ist, letztendlich doch aufgesammelt wurden. Ein beeindruckender Einblick.

Paris-Roubaix 2013 aus Sicht der Fahrer

„Are you alright?“ – „Do I look alright? I’m fucked!“ Der Profi bei SaxoBank-Tinkoff, Chris Juul-Jensen, war im Video oben kurz davor, die Reise zum Ziel in Roubaix im unrühmlichen Minibus anzutreten, entkam der Disqualifikation jedoch gerade noch und wurde offiziell der letzte Fahrer im Klassement, die Lantern Rouge. Wie sich das anfühlt, beschreibt er hier sehr treffend und direkt für das Rouleur Magazine.

„That section [Arenberg] is a complete slap in the face… two hundred riders going towards one stretch straight for two kilometres. It’s like that scene from Braveheart where they just run towards each other.“

Russel Downing, Profi bei Net App-Endura, fuhr, genauso wie Chris Juul-Jensen in diesem Jahr zum ersten Mal in der Hölle des Nordens. Der Brite war sich einem Tag nach dem Rennen noch nicht ganz sicher, wie er es eigentlich fand. So richtig an das Rennen erinnern kann er sich auch nicht:

„The first bit was a bit of a blur,“ he explained. „After bringing the break back it split on the first sector of cobbles and I was off the back from then. It was just survival really, which was a bit different to what I expected.“

Ein Rückblick aus erster Hand liefert der Amerikaner Ted King in seinem (äußerst interessanten und hervorragend geschriebenen) Blog. Nach einigen Problemen am Rad verlor er nicht die Hoffnung, am Geburtstag seinen Vaters das Rennen beenden zu können, stattdessen am Ende jedoch immerhin knapp 7300 Kalorien. Eine Reifenpanne im ersten Pavé Sektor fühlt sich laut Ted King so an:

„[…] it only took a few seconds before I felt the telltale bone jarring rim-on-pavé sensation rather than the considerably more plush, inflated-tire-on-pavé sensation. In a word, it just feels hollow. It’s deafeningly loud already, but the unforgettable echo of carbon pounding on stone screams louder than the thunderous crowd.“

Den miserabelsten Nachmittag in der Hölle des Nordens hatte wohl Tom Stamsnijder aus dem Team Argos-Shimano.  Der Niederländer musste zeitweise, vom Rest des Feldes isoliert, auf einem platten Reifen fahren, weil der Mann im Besenwagen ihm kein Ersatzrad geben wollte. Stamsnijder erreichte aus purer Sturheit das Velodrom von Roubaix – jedoch ausserhalb des Zeitlimits. Sein Rückblick inklusive Arschloch-Fans, Durst und Pferde auf der Strecke im niederländischen Original und in der (besser als auf deutsch verständlichen) englischen Google Übersetzung.

Anders als Sep Vanmarcke weiss Magnus Backstedt, wie es sich anfühlt, Fabian Cancellara im Schlusssprint im Velodrom von Roubaix zu besiegen. Der Schwede gewann das Rennen im Jahr 2004 und schildert hier unter anderem die richtige Technik für das Rennen und wie sich der Körper anfühlt, wenn man 27 sauber freigelegte Kopfsteinpflasterpassagen hinter sich gebracht hat.

„It is incredibly harsh on your body, the vibrations you go through and that you get hit with, are just phenomenal, borderline bone-breaking.“

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Apropos bone-breaking. Yoan Offredo’s Begegnung mit einer Verkehrsinsel endete mit gebrochenen Fingern und einem gebrochenen Brustbein. Wer sich diesen Sturz unbedingt noch einmal ansehen will, inklusive einer Erklärung wie es dazu kam, kann dies hier tun. Eine nicht allzu sensationslüsterne Gallerie der Stürze beim diesjährigen Paris-Roubaix findet ihr bei Le Equipe.

Und zu guter Letzt, für die Technik-Nerds unter euch: Die Räder der Profis für Paris-Roubaix.

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