Rennzwischenfälle mit Tieren

Unfälle und Zwischenfälle mit Tieren bei Fahrradrennen sind so alt, wie die Geschichte der Tour de France selbst. Im Jahr 1912 kollidierte der Sieger von 1907 und 1908, Lucien Petit-Breton, mit einer Kuh und musste das Rennen daraufhin aufgeben. Im Jahr zuvor war es noch ein betrunkener Seemann, welcher quer über die Straße und ihm somit direkt ins Rad lief.

Kühe ausser Kontrolle sorgten bei der Dauphiné Libéré im letzten Jahr für Panik im Peloton. Auf dem Weg durch die Alpen brach eine Herde aus, einige Fahrer stürzten. Den Kühen fehlte es aufgrund des Körperumfanges an Endschnelligkeit, sie konnten glücklicherweise zügig überholt werden.

 

Im Jahr 1920 traf es einen weiteren Franzosen auf einer Abfahrt in Richtung Tourmalet: Napoleon Paoli landete bei einem Crash mit einem Esel auf dessen Rücken, der Esel drehte durch und gallopierte der Legende nach so lange, bis er erschöpft zusammenbrach. Paoli musste sich über einen Kilometer auf die Suche nach seinem Rad begeben und wurde dabei zu allem Umglück auch noch von einem herabfallenden Stein erwischt. Auf dem Tourmalet angekommen, legte er sich erschöpft in eine Hütte und gab das Rennen auf. Von zwei Teilnahmen bei der Tour de France konnte er keine beenden.

Bei der 3. Etappe von Paris-Nizza im Jahr 1980 entschied sich ein schwarzer Hengst spontan dazu, am Rennen teilzunehmen. Er teilte das Peloton in zwei Hälften, was den Rennverlauf entscheidend beeinflusste. Die Organisatoren bekamen den Hengst, zusammen mit einigen Fahrern, nach in paar Kilometern unter Kontrolle; das Rennen wurde fortgeführt. Nach der Etappe zeigten die Offiziellen wenig Humor: 10 Fahrer wurden Disqualifiziert und zu je 200 Franc Strafe verknackt, weil sie nach dem Zwischenfall nicht mehr aktiv am Rennverlauf teilnahmen und sich über die Organisatoren lustig machten.

Die selbe Szene spielte sich beim Critérium International im Jahr 1997 erneut ab, das Pferd und dessen Freiheitsdrang schaffte es sogar in den Film „Die Fabelhafte Welt der Amélie:

 

Gerade noch ausweichen konnte der Däne Chris Anker Sørensen: bei der Eröffnungsrunde eines kleinen Kriteriums im letzten Dezember in Israel, lief dem Profi bei Saxo Bank eine Katze vors Rad. Dem Tier passierte nichts, Sørensen fiel allerdings auf eine Bordsteinkante und zog sich einen tiefen, langen Cut im Schienbein zu, welcher mit 21 Stichen genäht werden musste, dazu ein Hämatom im Muskel, wovon er sich erst Ende Februar erholte.

Zwischenfälle mit Hunden erinnern regelmässig daran, dass Besitzer ihre Tiere bei Rennen entweder anleinen, oder zuhause lassen sollten. Ein offensichtlich verwirrter Labrador lief während der 9. Etappe der Tour de France 2007 sorglos über die Straße, wobei Marcus Burghardt nicht mehr ausweichen konnte und sein Vorderrad sich beim Aufprall zusammefaltete, wie ein billiger Gartenstuhl. Beiden passierte nichts, das Video schafft es heute noch in die Top 10 der kuriostesten Crashs der Geschichte der Tour:

 

Weniger glücklich verlief Sandy Casar’s Begegnung mit einem Hund im selben Jahr. Eineinhalb Wochen nachdem Burghardt auf einen Hund traf, riss ein brauner Artgenosse eine frühe Ausreissergruppe auseinander und holte den Franzosen und einen weiteren Fahrer vom Rad. Der Hund lief weiter, Sandy Casar gewann mit aufgerissener Hose und blutender Seite trotz Allem noch diese Etappe nach Angoulême.

 

Wieder Tour de France, wieder ein Hund: 2010 brachte ein Golden Retriver David Millar und Ivan Basso zu Fall, alle Beteiligten kamen glimpflich davon.

Tyler Hamliton’s Begegnung mit einem Vogel Strauß hatten wir bereits in unseren Radsport Weisheiten geschildert. Neben Kühen, Pferden und Hunden gibt es sicher unzählige Rennzwischenfälle mit Tieren, habt ihr weitere Vorschläge?

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