Rückblick: Mailand – San Remo 2013

Rückblick: Mailand – San Remo 2013

Zwei Tage vor Frühlingsanfang sollte mit „La Primavera“ nicht nur offiziell der Winter enden, sondern auch endlich die Radsportsaison mit dem längsten und ersten Frühjahrsklassiker des Jahres beginnen. Mailand – San Remo war am Ende alles andere als Frühlingshaft, durch den heftigen Schneefall und die dadurch verkürzte Strecke auch nicht allzu lang, aber trotz allem äusserst episch.

MSR2013

Schon vor dem Start in Mailand war abzusehen, dass es für die Fahrer ein sehr kalter Tag auf dem Rad werden wird. Der Passo del Turchino war mehr oder weniger unbefahrbar, der Schneematsch und die Temperaturen um 0°C machten ein Rennen (Schalten, Bremsen, im Windschatten fahren, zwischendurch Essen/Trinken) im wörtlichen Sinne unmöglich – auch wenn ein paar Sonntagsfahrer im Internet unter herben Realitätsverlust litten, wenn sie andeuteten, dass die Profis sich besser anziehen sollen, schliesslich hätte man selbst „mal bei einem Radausflug im Schnee“ gefroren.

Unter den Profis machte sich einen Tag vorher Panik breit:

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Saison 2013 // AG2R La Mondiale

Saison 2013 // AG2R La Mondiale

Land: Frankreich | Räder/Komponenten: Focus/Campagnolo | offizielle Website: cyclisme.ag2rlamondiale.fr | Hauptsponsor: Französisches Versicherungsunternehmen

Foto: Laurie Beylier (Flickr CC BY-NC-SA

Foto: Laurie Beylier (Flickr) CC BY-NC-SA

Fahrer: Davide Appollonio | Gediminas Bagdonas | Romain Bardet | Manuel Belletti | Julien Bérard | Carlos Betancur | Guillaume Bonnafond | Maxime Bouet | Steve Chainel | Mickaël Cherel | Axel Domont | Samuel Dumoulin | Hubert Dupont | John Gadret | Ben Gastauer | Sylvain Georges | Hugo Houle | Yauheni Hutarovich | Valentin Iglinsky | Blel Kadri | Julian Kern | Sébastien Minard | Lloyd Mondory | Matteo Montaguti | Rinaldo Nocentini | Jean-Christophe Péraud | Domenico Pozzovivo | Anthony Ravard | Christophe Riblon

Historie: Ag2r musste zum Ende der letzten Saison um seinen Platz in der ProTour bangen, das Team hatte einfach zu wenig Siege einfahren können. In dieser Saison konnte Ag2r bis Mitte März schon drei Siege verbuchen, in der letzten waren es insgesamt nur acht, das lässt auf mehr hoffen. Das Team, welches seit dem Jahr 2000 von dem französischen Versicherungsunternehmen Ag2r gesponsert wird, bekam erst im Jahr 2006 eine ProTour Lizenz, seitdem macht es mit Ausreissern und kleineren Siegen auf sich aufmerksam. Sylvain Georges gewann in der letzten Saison die sechste Etappe bei der Tour of California durch einen Soloritt, am selben Tag gewann sein Teamkollege Sébastien Hinault den Circuit de Lorraine. Für den letzten großen Erfolg war im Jahr 2011 John Gadret verantwortlich, als er bei der Giro d’Italia durch eine Attacke auf den letzten 200 Metern das Feld überraschte, die 11. Etappe gewann und sich den dritten Platz in der Gesamtwertung sicherte. (mehr …)

Radsportklassiker in Kürze erklärt: Mailand – San Remo

Radsportklassiker in Kürze erklärt: Mailand – San Remo

Bei diesem Rennen kann man sich nie genau sicher sein, wer gewinnt. Eigentlich wird Milan – San Remo durch die überwiegend flachen Abschnitte als Sprinterrennen bezeichnet, dazu hat es für einige reine Sprinter jedoch zu viele Anstiege, genannt „capi“, die zudem jeden reinen Sprintzug ins verderben führen. Auch durch den Umstand, dass die Fahrer, wenn sie San Remo erreichen, schon bis zu sieben Stunden im Sattel saßen, erschwert für viele die Ambitionen auf einen finalen Sprintsieg. Seit 1982 ist die Strecke um die 298 Kilometer lang, somit ist „La Primavera“ das längste aller UCI Rennen. Dementsprechend gemischt die Siegerliste: zwischen Sprintern wie Mark Cavendish, Mario Cipollini und Erik Zabel (Zabel gewann hier vier Mal), tummeln sich auch Klassikerspezialisten wie Fabian Cancellara, Pippo Pozzato und Oscar Freire. Aber auch Überraschungssieger, wie im Jahr 2012 der kompakte Allrounder Simon Gerrans, haben hier eine Chance zu gewinnen. Unübertroffen bleibt jedoch der 7-fache Sieger von Mailand – San Remo: Eddy Merckx.

Alessandro Petacchi gewann hier im Jahr 2005 - Foto: Julius Kusuma (Wikimedia Commons) CC-BY-SA

Alessandro Petacchi gewann hier im Jahr 2005 – Foto: Julius Kusuma (Wikimedia Commons) CC-BY-SA

Die Strecke verläuft über die ersten 150 Kilometer sehr flach, es wird sich erst ein mal warm gefahren, bis beim 142. Kilometer der Passo del Turchino mit 532 Höhenmetern auf die Fahrer wartet, der erste und „schwerste“ Berg auf dem Streckenprofil. Ab dem 200. Kilometer werden die ersten Fahrer am La Mànie abgehangen. 25 Kilometer vor dem Ziel ist der vorletzte „capi“, der Cipressa zu bezwingen, spätestens dann geht es um die richtige Positionierung: Wer sich hier nicht an das richtige Hinterrad hängt und Energie spart, wird in den letzten Kilometern den Kürzeren ziehen. Entlang der Küste erreicht das Peloton nicht selten bis zu 60 Km/h, um zehn Kilometer vor dem Ziel den Poggio in Angriff zu nehmen. Nur drei Kilometer lang, mit einem Abschnitt über 8% nicht besonders schwer, jedoch mit bereits 290 Kilometern in den Beinen nicht zu unterschätzen. Enge Straßen, in denen die Favoriten nicht selten den Anschluss zur entscheidenden Gruppe verlieren und eine komplizierte Abfahrt, machen das Rennen auf den letzten Kilometern vor San Remo noch ein mal spannend. (mehr …)

Saison 2013 // ORICA GreenEDGE

Saison 2013 // ORICA GreenEDGE

Land: Australien | Räder/Komponenten: Scott/Shimano | offizielle Website: greenedgecycling.com | Hauptsponsoren: Orica ist ein australisches Unternehmen im Minenbusiness, GreenEdge wurde unter anderem vom Unternehmer und Jayco-CEO Gerry Ryan ins Leben gerufen, der sein Vermögen mit Wohnwägen machte.

Orica-Greenedge2013

Fahrer: Michael Albasini | Fumiyuki Beppu | Sam Bewley | Simon Clarke | Baden Cooke | Allan Davis | Julian Dean | Mitchell Docker | Luke Durbridge | Simon Gerrans | Matthew Goss | Michael Hepburn | Leigh Howard | Daryl Impey | Jens Keukeleire | Aidis Kruopis | Brett Lancaster | Sebastian Langeveld | Michael Matthews | Christian Meier | Cameron Meyer | Travis Meyer | Jens Mouris | Stuart O’Grady | Wesley Sulzberger | Daniel Teklehaymanot | Svein Tuft | Tomas Vaitkus | Pieter Weening

Historie: Orica-GreenEdge ist das erste australische PoTour Team in einem Land, welches seit ein paar Jahren einen Radsportboom erlebt. 17 der 30 Fahrer sind Australier oder Neuseeländer. Für einen perfekten Einstand im ersten Jahr des Teams sorgte Simon Gerrans, der 2012 das erste wichtige Rennen der Saison, die Tour Down Under, gewann, und das zuhause in Australien. Ein weiterer riesiger Erfolg war sein Sieg bei Milan-San Remo. Das Team konzentrierte sich auf kleinen Rundfahrten und die Klassiker, was ihnen im letzten Jahr mit insgesamt 32 Siegen gut gelang. Michael Albasini gewann die Volta Ciclista a Catalunya, der ehemalige Bahnradweltmeister in der Mannschaftsverfolgung, Luke „Durbo Turbo“ Durbridge, gewann den Circuit Cycliste Sarthe und den Prolog der Dauphiné. In der zweiten Hälfte des Jahres wurde es ruhiger um das Team. Nach einem Sprintsieg bei der Giro d’Italia reichte es bei der Tour de France immerhin noch für zwei zweite Plätze, bei der Vuelta gewann Simon Clarke eine Etappe und die Bergwertung. Das Team sorgte auch im Internet für aufsehen: zum einen durch die regelmässigen, unterhaltsame Video auf deren YouTube Channel und mit der teameigenen Version von „Call Me Maybe“, welches sich zu einem viralen Hit entwickelte. In dieser Saison will sich das Team bei der Tour de France besser hervortun, die Fahrer dazu haben sie. (mehr …)

Saison 2013 // Lotto Belisol

Saison 2013 // Lotto Belisol

Land: Belgien | Räder/Komponenten: Ridley/Campagnolo | offizielle Website: lottobelisol.be | Hauptsponsoren: Belgische Lotterie / belgische Fensterrahmenhersteller

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Fahrer: Lars Bak | Dirk Bellemakers | Gaëtan Bille | Brian Bulgac | Sander Cordeel | Bart De Clercq | Francis De Greef | Jens Debusschere | Kenny Dehaes | Gert Dockx | André Greipel | Adam Hansen | Greg Henderson | Olivier Kaisen | Maarten Neyens | Vicente Reynès | Fréderique Robert | Jürgen Roelandts | Marcel Sieberg | Jurgen Van de Walle | Jurgen Van Den Broeck | Tosh van der Sande | Joost van Leijen | Dennis Vanendert | Jelle Vanendert | Jonas Vangenechten | Tim Wellens | Frederik Willems

Historie: Die belgische Lotteriegesellschaft hat eine lange Tradition im Radsportsponsoring, bereits seit 1985 ist Lotto im belgischen Radsport unterstützend aktiv. Die Verbindung mit Omega-Pharma zerbrach im Jahr 2011 im Streit über die Zukunft des Teams und teilte sich somit entzwei: es entstanden Omega Pharma-Quickstep sowie Lotto-Belisol. Der Rostocker Sprinter Andre Greipel wechselte zu Lotto und nahm seinen Sprintzug um Marcel Sieberg und Greg Henderson direkt mit. Greipel konnte im letzten Jahr 19 Siege einfahren, darunter drei Etappensiege bei der Tour de France, was ihm zuvor noch nicht ein Mal gelungen war. In der Punktewertung der Tour de France wurde er nur von Peter Sagan übertroffen. Er war somit durch die Anzahl der Siege der erfolgreichste Fahrer 2012. Das belgische Team macht auch anderweitig positiv auf sich aufmerksam, sei es durch alberne Twitter Fotos aus den Trainingscamps oder durch den Umstand, dass zum gesamten Team sowohl ein Frauenradteam, als auch ein U23 Team gehören, was leider immer seltener wird. An der Aufstellung hat sich in dieser Saison mit einer Ausnahme (Dirk Bellemakers ersetzte Gianni Meersman) nichts geändert, laut Management sind die Fahrer ein eingespieltes Team, zu sehen am Sprintzug, der als einer der besten der Liga gilt. (mehr …)

Urteilsspruch aus Luxemburg: Fränk Schleck’s positive Dopingprobe auf das Duiretikum Xipamid

Urteilsspruch aus Luxemburg: Fränk Schleck’s positive Dopingprobe auf das Duiretikum Xipamid

Ich hatte bereits kurz nach Fränk Schleck’s positiver A-Probe berichtet, sechs Monate später folgt nun der Urteilsspruch in der ersten Instanz:

Der Disziplinarausschuss der Luxemburger Antidopingagentur ALAD verturteilte Fränk Schleck heute zu einem Jahr Sperre aufgrund einer positiven Dopingprobe auf das Diuretikum Xipamid. Die positive Probe wurde am 14. Juli festgestellt, seine Sperre wird somit auf diesen Tag zurückdatiert, d.h. er kann  ab dem 14. Juli 2013 wieder offiziell an Rennen teilnehmen.

Fränk Schleck - Foto: Sill Lab (Flickr CC BY-NC-ND

Fränk Schleck, mittlerweile auf TREK-Rädern bei Radioshack-Leopard unter Vertrag – Foto: Still Lab (Flickr ) CC BY-NC-ND

Fränk Schleck zu dem Urteil:

„In meinen Augen, ist die Entscheidung, mich für ein Jahr zu sperren, zu hart, da die ALAD davon ausgeht, dass ich unfreiwillig ein verseuchtes Produkt zu mir genommen haben. Leider sind die Regeln der UCI aber so, dass dies reicht, um einen Sportler zu sperren. Ich bin jedoch froh darüber, dass die Richter zurückbehalten haben, dass es sich nicht um einen Dopingfall handelt und dass es von meiner Seite aus kein Wille da war, meine Leistungen zu verbessern.”

Da Xipamid kein Dopingmittel an sich darstellt, sondern in der WADA Verbotsliste durch die diuretische Wirkung als Verschleierungsmittel gilt, wird Fränk Schleck nur indirekt des Dopings verdächtigt. Ihm drohte eine 2-Jährige Strafe, da laut WADA Code jeder Sportler selbst dafür verantwortlich ist, was in seinem Organismus gelangt. Die ALAD begründete seine Entscheidung (hier der Urteilsspruch auf Französisch), die Strafe um ein Jahr herabzusetzen, mit der geringen Menge des Mittels: 0,1 Nanogramm/Milliliter Xipamid seien in der Blutprobe gefunden worden. Ausserdem zeigte sein Biologischer Pass unter anderem einen normalen Hämatokritwert von 40%, was nicht auf Doping hinweist oder eine Verschleierung von Mitteln wie z.B. EPO, welches den Hämatokritwert deutlich anhebt, begründen könnte. Eine entnommene Blutprobe vom 24. Juli deute auch nicht auf verbotene Mittel wie Anabole Steroide hin, so der Urteilsspruch. Zeuge und Teamkollege Maxime Monfort gab an, während der Tour de France 2012 praktisch ununterbrochen mit Fränk Schleck zusammen gewesen zu sein, ihm sei nichts verdächtiges aufgefallen.  (mehr …)

Radsportklassiker in Kürze erklärt: Lüttich-Bastogne-Lüttich

Radsportklassiker in Kürze erklärt: Lüttich-Bastogne-Lüttich

Das älteste und hügeligste Rennen auf dem Kalender und auch offiziell der letzte Frühjahrsklassiker in dieser Saison; Liége – Bastogne – Liége, wie es im wallonischen Teil Belgiens heisst, ist zudem eins der härtesten Klassiker des Jahres.  Die vielen Anstiege der “La Doyenne” (Die Älteste) belohnt die aggressivsten Fahrer im Feld, weshalb es auf der letzte Hälfte der Strecke nach Lüttich zu ständigen Attacken kommt. 22 Tage nach der Flandern Rundfahrt und durch die darauffolgenden Klassiker zahlreichen Kilometern in den Beinen, fällt es einigen Fahrern nicht leicht bei jeder dieser Attacken mitzuhalten, alleinige Ausreissversuche sind taktisch äußerst unklug und daher selten. Eine späte Attacke kann entweder zu einem spektakulärem Scheitern oder einem mutigen Sieg führen.

Der Waldweg über den Côte de Wanne - Foto: JMHNK () CC BY-NC

Der Waldweg über den Côte de Wanne – Foto: JMHNK (Flickr) CC BY-NC

Das dritte und letzte Rennen der Ardennenklassiker führt zuerst über 95 Km relativ flacher Strecke direkt nach Bastogne und schlängelt sich über 163 Km durch die schöne Adrennenregion wieder zurück nach Ans, einem nördlichen Vorort von Lüttich. Der Rückweg beinhaltet kaum einen flachen Streckenabschnitt und die schwersten Berge, darunter den Haute-Levée, La Redoute und den Col de Forges, alle zwischen 1 Km bis 6,4 Km lang. DerCôte de „La Redoute“ kommt relativ spät im Rennen, nach ca. 230Km und hat eine Steigung von 14-15%.

In den letzten 50 Kilometern warten vier Anstiege auf die Fahrer. Auf einem der letzten, bei 20 verbleibenden Kilometern nicht auf dem Streckenprofil verzeichnete, versteckte Anstieg, dem „Falkenhügel“ Côte de la Roche aux Faucons, werden bei 1,5 Km Gesamtlänge und 9% Steigung oft die entscheidendsten Attacken gefahren. Entscheidend aus dem Grund, weil nach dem Falkenhügel nur eine kurze Abfahrt von 500m folgt, direkt danach führt eine 1,6 Km lange Rampe bei 5,5% Steigung hoch zum Dorf Gonhis – dieser Teil wird oft unterschätzt, viele Fahrer verlieren spätestens hier den Anschluss. (mehr …)

Saison 2013 // RadioShack-Leopard

Saison 2013 // RadioShack-Leopard

Land: Luxemburg | Räder/Komponenten: Trek/Shimano | offizielle Website: radioshackleopardtrek.com | Hauptsponsoren: Amerikanische Elektromarktkette

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Fahrer: Jan Bakelants | George Bennett | Matthew Busche | Fabian Cancellara | Stijn Devolder (ehem. Vacansoleil) | Laurent Didier | Tony Gallopin | Ben Hermans | Danilo Hondo (ehem. Lampre) | Chris Horner | Markel Irizar | Bob Jungels | Ben King | Robert Kišerlovski (ehem. Astana) | Andreas Klöden | Tiago Machado | Maxime Monfort | Giacomo Nizzolo | Nelson Oliveira | Yaroslav Popovych | Grégory Rast | Thomas Rohregger | Hayden Roulston | Andy Schleck | Fränk Schleck | Jesse Sergent | Jens Voigt | Haimar Zubeldia

Historie: Der Luxemburger Unternehmer Flavio Becca verdiente sein Vermögen auf dem Immobilienmarkt, die Firma Leopard S.A. gründete der Radsportenthusiast, um ein Team um das Luxemburger Radsportlerbruderpaar Fränk und Andy Schleck aufzubauen. Andy Schleck erreichte in der ersten Saison des Teams direkt den zweiten Platz hinter Alberto Contador bei der Tour de France 2011, ihm wurde das Gelbe Trikot im Nachhinein noch zugesprochen, nachdem Alberto Contador durch seinen Positivtest der Sieg aberkannt wurde. Auch ein Jahr später, im Jahr 2011 wurde Andy zweiter, diesmal hinter Cadel Evans. Vormals durch die sympathischen Schleck Brüder und den Publikumslieblingen Fabian Cancellara und Jens Voigt das Konsens-Lieblingsteam vieler Radsportfans, büßte Leopard-Trek mit der letztjährigen Fusion mit Johan Bruyneel’s Team Radioshack einige Sympathiepunkte ein.

Radioshack wurde im Jahr 2010 um Lance Armstrong herum aufgebaut, nachdem dieser sein Comeback bei Astana feierte, wo sein Ego bekanntermaßen mit dem seines damaligen Teamkollegen Alberto Contador kollidierte. Nachdem Lance endgültig in Rente ging, fusionierte das  Radioshack mit Leopard-Trek. Johan Bruyneel verdrängte Bryan Nygaard aus dem Management, und so nahm das Verhängnis seinen Lauf. Radioshack-Nissan-Trek (so der Teamname in der Saison 2012) litt im letzten Jahr unter zahlreichen Verletzungseinbußen, u.A. durch den Sturz von Andy Schleck, der fast die ganze Saison ausfiel und auch den 4-fachen Schlüsselbeinbruch von Fabian Cancellara im Frühjahr. Dann folgte auch noch der positive Dopingtest von Fränk Schleck auf das Diuretikum Xipamid, dessen Verfahren sich sicher noch um einige Zeit in die Länge ziehen wird. Johan Bruyneel verließ den Posten als Manager im Oktober 2012 – seine durch die USADA aufgedeckten Verstrickungen in den Fall Lance Armstrong & US Postal werden höchstwahrscheinlich zu einer lebenslangen Sperre führen, sobald das Verfahren abgeschlossen ist. Schlagzeilen machte das Team im letzten Jahr zudem noch durch ausbleibende Gehaltszahlungen, dadurch vereinzelt sehr unzufriedene Profis, Dispute zwischen den Schleck Brüdern und Bruyneel und den Ausstieg des Sponsors Nissan.
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Saison 2013 // Vacansoleil-DCM Pro Cycling Team

Saison 2013 // Vacansoleil-DCM Pro Cycling Team

Land: Niederlande | Räder/Komponenten: Bianchi/Shimano | offizielle Website: vacansoleildcm.de | Hauptsponsoren: Holländische Campingplatzkette und Lieferant für Bauernhofausrüstung

vacansoleil_2013 by kramon

Fahrer: Kris Boeckmans | Grega Bole (ehem. Lampre) | Thomas De Gendt | Romain Feillu | Juan Antonio Flecha (ehem. Sky) | Johnny Hoogerland | Martijn Keizer | Wesley Kreder (ehem. Rabobank) | Sergey Lagutin | Maurits Lammertink | Björn Leukemans | Pim Ligthart | Bert-Jan Lindeman | Marco Marcato | Tomasz Marczyński | Barry Markus | Wouter Mol | Nikita Novikov | Wout Poels | Rob Ruijgh | José Rujano (ehem. Androni) | Mirko Selvaggi | Rafael Valls | Kenny van Hummel | Boy van Poppel | Danny van Poppel (ehem. Rabobank) | Frederik Veuchelen | Willem Wauters | Lieuwe Westra

Historie: Als eins von drei niederländischen Teams in der ProTour Liga ist Vacansoleil seit 2009 unter diesem Namen unterwegs und verdankte seine frühen Erfolge vor allem durch den Yugoslaven Borut Božič, der mittlerweile jedoch bei Astana fährt. Kleinere aber zahlreiche Siege prägen die Geschichte des Teams. Seit 2011 mit einer ProTour Lizenz ausgestattet, kam der große Durchbruch erst ein Jahr später, als Thomas De Gendt durch seinen beeindruckenden Etappensieg an „seinem Berg“, dem Stelvio, die Giro d’Italia auf dem dritten Platz beendete. Marco Mercato gewann im selben Jahr noch Paris-Tours und komplettierte die erfolgreichste Saison des Teams. Das Team war in den Grand Tours nie sonderlich erfolgreich, jedoch haben Vacansoleil zur Saison 2013 um sieben Fahrer aufgestockt, darunter der Klassikerspezialist und Edelhelfer Juan Antonio Flecha und der gute Kletterer Jose Rujano. (mehr …)

Saison 2013 // Cannondale

Saison 2013 // Cannondale

Land: Italien | Räder/Komponenten: Cannondale/SRAM | offizielle Website: teamliquigascannondale.com | Hauptsponsoren: Amerikanischer Fahrradhersteller

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Fahrer: Stefano Agostini | Ivan Basso | Maciej Bodnar | Guillaume Boivin (ehem. Spidertech) | David Boily (ehem. Spidertech) | Federico Canuti | Damiano Caruso | Mauro Da Dalto | Tiziano Dall’Antonia | Alessandro De Marchi (ehem. Androni) | Lucas Sebastián Haedo (ehem. Saxo-Tinkoff) | Ted King | Michel Koch (ehem. LKT Team Brandenburg) | Kristijan Koren | Matthias Krizek | Paolo Longo Borghini | Alan Marangoni | Nariyuki Masuda (ehem. Utsunomiya Blitzen) | Moreno Moser | Maciej Paterski | Daniele Ratto | Fabio Sabatini | Juraj Sagan | Peter Sagan | Cristiano Salerno | Cayetano Sarmiento | Brian Vandborg (ehem. Spidertech) | Elia Viviani | Cameron Wurf (ehem. Champion System)

Historie: Das zweite italienische Team in der ProTour, welches in frühen Jahren noch Liquigas-Bianchi, Liquigas-Doimo und Liquigas-Cannondale hiess, schlich sich erst im Jahr 2009 wirklich ins Rampenlicht. Bis zu dem Zeitpunkt war Danilo Di Luca für die meisten Erfolge im Team verantwortlich. 2005, im Gründungsjahr des Teams (die grobe Struktur besteht seit 1992), führte er die UCI ProTour Wertung an, in seinem letzten Jahr bei Liquigas, 2007,  gewann er die Giro d’Italia, bis er 2009 über diverse Dopingverstrickungen stolperte.  Bis zum Jahr 2010 war es daher eher ruhig um das Team bestellt, ein Jahr später zog Liquigas große Aufmerksamkeit auf sich, als Ivan Basso, nach einer frisch abgesessenen Sperre, die Giro d’Italia und Vincenzo Nibali die Vuelta gewannen. Seitdem versuchte Ivan Basso seinen Erfolg zu wiederholen, er ist der letzte verbliebene Gesamtklassementfahrer im Team, die Interessen des Teams verschoben sich in Richtung Sprintsiege. Die Verpflichtung des Slowaken Peter Sagan war ein echter Glücksgriff, er gewann mit 22 Jahren das Grüne Trikot bei der Tour de France 2012 und sorgte durch seine Dominanz im Sprint bereits bei den Frühjahrsklassikern für Aufsehen – er platzierte sich unter der Top 5 bei vier der wichtigsten Rennen: Gent-Wevelgem (2.), Amstel Gold Race (3.), Milan-San Remo (4.) und bei der Flandern-Rundfahrt (5.). Kein Zweifel, dass er 2013 wieder versuchen wird, einen Klassiker zu gewinnen. (mehr …)