Essentielle Fragen

Hier werden grundlegende Fragen zum Thema Profiradsport beantwortet. Gibt es ein Thema welches euch interessiert? Schreibt uns unter mail (at) goldene-speichen.de!

UCI Rennrad Regularien

UCI Rennrad Regularien

“Das Fahrrad ist ein Fortbewegungsmittel mit zwei Rädern gleichen Durchmessers: das Vorderrad dient zum Lenken; das Hinterrad wird angetrieben.”

UCI Maße Rennrad

Messpunkte an einem Straßenrad

So weit so gut. Die Vorgaben der UCI bezüglich Renn- und Zeitfahrräder gelten als strikt, sie sind der Versuch des Verbands trotz der neusten technischen Entwicklungen gleiche Wettbewerbschancen für jeden Fahrer zu schaffen und eine Materialschlacht zwischen den “reicheren” Teams so gut es geht abzuwenden. Es gibt Gewichtsuntergrenzen, Regeln zum Neigungsgrad des Sattels, Vorgaben zu Auflagepunkten beim Zeitfahren und allgemeine Materialverbote, sowohl beim Rad als auch bei der Rennkleidung. In Kürze:

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Update: Timeline – USADA vs. Lance Armstrong

Update: Timeline – USADA vs. Lance Armstrong

+++ Dieser Artikel wurde ab dem 24. August auf den neusten Stand gebracht+++

Durch die Entwicklungen der letzten Wochen kann man im Grunde nicht mehr von einem Fall USADA vs. Armstrong sprechen. Das Verfahren hatte sich nicht nur durch Armstrong’s Gegenklage grotesk ausgeweitet und wird sich, auch im Zusammenhang mit der UCI und ihren undurchsichtigen Verschleierungstaktiken, noch in weiteren darauf aufbauenden Verfahren unendlich hinziehen. Hier eine Übersicht, oder: was bisher geschah.

Brachte den Stein ins Rollen: Floyd Landis – Foto: Bryan88 (Flickr) CC BY-ND

12. Juni 2012: Die Klageschrift der amerikanischen Anti-Doping Agentur (USADA) umfasst 15 Seiten und wirft neben Lance Armstrong auch seinem ehemaligen Teammanager bei US Postal, Johan Bruyneel, seinem Soigneur Pepe Mati und den Ärzten Dr. Pedro Celaye, Dr. Luis Garcia del Moral und Dr. Michele Ferrari den Gebrauch von EPO, Bluttransfusionen und anderen leistungssteigernde Mittel vor, sowie den Handel und die Verabreichung verbotener Substanzen und der Aufrechterhaltung einer Verschwörung mit dem Ziel Dopingpraktiken innerhalb des US Postal Teams zu verschleiern.

Der Brief nennt untere Anderem 10 Augenzeugen, welche im Team US Postal Doping selbst erfahren oder beobachtet haben, sowie Armstrong’s Tests aus den Jahren 2009 und 2010, welche deutlich auf den Gebrauch von EPO und/oder Blutdoping hinweisen.

Die USADA gab den Angeklagten bis zum 22. Juni Zeit sich für ein Schiedsverfahren zu entscheiden oder die Klage anzunehmen – dies bedeutet den Verlust aller Titel ab dem 1. August 1998 sowie einer lebenslangen Sperre von allen Sportarten, welche den WADA Code anerkennen. Die Verjähringsfrist von 8 Jahren greift in diesem Fall nicht, da es sich laut der USADA um eine Verschwörung innerhalb des Teams gehandelt hat und Armstrong bereits Meineid begangen hatte (danke an The Inner Ring für die Info).

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Grundwissen: Professioneller Frauenradsport

Grundwissen: Professioneller Frauenradsport

Vor diesem Thema hatte ich mich immer etwas geziert, nicht nur dass der Männerradsport kompliziert und umfangreich genug ist, hat der Frauenradsport neben den üblichen Klischees auch mit umfangreichen Sponsorenproblemen zu kämpfen. Ständig wechseln die Fahrerinnen die Teams oder die Teams die Namen, was die Übersicht erschwert. Frauenradsport wird, ausserhalb der Weltmeisterschaften und der Olympischen Spiele, grundsätzlich nicht im Fernsehen übertragen, die Siegesprämien sind nicht der Rede wert und die UCI tut leider wenig, um dem Frauenradsport seine Aussenseiterrolle zu nehmen.

Das olympische Straßenrennen in London 2012 – Foto: Chris Barber CC-BY 2.0

Dabei bietet der Frauenradsport viel mehr: den Sportlerinnen geht es dabei offensichtlich nicht ums Geld – Tagesprämien um die 150€ für das Tragen eines Leadertrikots bei einer großen Rundfahrt sind nicht ungewöhnlich (bei den Männern bekommt der Träger des Gelben Trikots bei der Tour de France 27.500€ pro Tag), sie fahren mit Leidenschaft auf sehr hohem Niveau, zudem sind die Rennen spannender und vor allem aggressiver – es wird mehr attackiert, auch weil es bei kleineren Teams und kürzeren Strecken schwieriger ist ganze Rennen zu kontrollieren. (weiterlesen …)

Die Debatte um David Millar und seinen Start bei Olympia 2012

Die Debatte um David Millar und seinen Start bei Olympia 2012

Vor allem in England wurde im Laufe des letzten Jahres heiß über den eventuellen Start von David Millar beim Straßenrennen der Olympischen Spiele 2012 in London diskutiert. Dieses Thema hat Brisanz, da David Millar bereits eine 2-Jährige Dopingsperre aussitzen musste und ihm dazu ursprünglich, aufgrund einer 20 Jahre alten Regelung des Olympischen Komitees, ein lebenslanges Startverbot bei den Olympischen Spielen auferlegt wurde. Diese Regelung wurde im Oktober 2011 vom internationalen Sportgerichthof in Lausanne für nichtig erklärt.

Team GB bei den Weltmeisterschaften 2011 in Kopenhagen. Foto: jenscrer Flickr CC BY-NC 2.0

David Millar wurde auf der Grundlage von Aussagen seiner damaligen Teamkollegen beim Team Cofidis und einer Hausdurchsuchung, bei der zwei leere EPO Ampullen gefunden wurden, verurteilt und verbüßte seine Sperre in den Jahren 2004 und 2005, bevor er im Team Saunier Duval und später als Fahrer und Teilhaber von Team Garmin-Slipstream (mittlerweile Garmin-Sharp) seine Karriere als geläuterter Ex-Doper wieder aufnahm. (weiterlesen …)

Lance Armstrong: die neuen und alten Dopingvorwürfe

Lance Armstrong: die neuen und alten Dopingvorwürfe

“Hierbei handelt es sich um Blutproben, welche auf den Gebrauch von EPO und/oder Bluttransfusionen hinweisen”  - klingt wie Radsport im Jahr 1999, dabei handelt es sich jedoch um neue Dopingvorwürfe gegen Lance Armstrong, basierend auf Blutproben aus den Jahren 2009 und 2010, welche in seinen ersten Comebackjahren bei Radioshack entnommen wurden. Die US-Antidopingagentur USADA hat Lance, wie heute bestätigt wurde, unter Anderem aufgrund dieser neuen Vorwürfe angeklagt.

 

Foto: Jöšran Maaswinkel (Flickr) CC-BY-NC-SA

 

Der 7-fache Toursieger nennt die Vorwürfe in einem Statement auf seiner Website eine “Hexenjagd”, eine “Verschwörung der USADA” und “verfassungswidrig”. Er sei, wie oft betont, in seiner Karriere 500 Mal getestet worden und dabei nicht ein Mal positiv aufgefallen.

Die Aussicht auf ein endgültiges Urteil darüber, ob Lance seine sieben Toursiege und seine damalige Dominanz mit natürlichem Talent oder durch EPO Kuren vor, und Bluttransfusionen während der Rennen in Anspruch nahm, verlief im Februar 2012 überraschend im Sande, als ein zwei Jahre andauerndes Verfahren der US-Staatsanwaltschaft gegen Armstrong plötzlich eingestellt wurde. Dabei ging es hauptsächlich um die Frage, ob in seinem damaligen Team US Postal systematisches Doping betrieben wurde und dadurch, da die finanziellen Mittel des Teams aus öffentlicher Hand stammten, Steuergelder veruntreut wurden. Die neuen Anschuldigungen sind “frisch” und beziehen sich auf die letzten zwei Jahre seiner Radsportkarriere, nach dem erstmaligen Rücktritt im Jahr 2005, und sind deshalb besonders brisant. (weiterlesen …)

Grundwissen: Bahnradsport

Grundwissen: Bahnradsport

Wir sind ja eigentlich eher Fans von Rädern mit Gangschaltung und ohne starre Nabe. Wir schreiben gerne über Leute, die Berge hochfahren und dann wieder runter, ohne dass sie die Beine hochnehmen müssen, um nicht von den Pedalen verprügelt zu werden. Auch mögen wir Fahrer in Radlerhosen mit Trägern (engl: Bibs), die sich nicht dabei schämen, im Fahrradladen nach Eule’s Gesäßcreme zu fragen oder sich im Teambus singend ihr Junk einreiben.

Vor Allem geht es hier aber um Radsport! Und während der Bahnrad WM, welche zu diesem Zeitpunkt bis einschließlich Sonntag in Melbourne stattfindet, klären wir euch gerne über die In’s and Out’s of Bahnradsport auf.

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Die Abhängigkeit der Teams von Sponsorengeldern

Die Abhängigkeit der Teams von Sponsorengeldern

Dieses Thema ist jede Saison wieder aktuell, da es in der Regel kaum Teams gibt, welche ihre Teamnamen länger als 2 Jahre beibehalten. Radsport ist teuer: ein Manager muss zuerst Einmal ca. 16 Millionen Euro auftreiben, um eine ProTeam Lizenz zu erhalten und in diesem Umfeld wettbewerbsfähig zu sein. Sponsoren verpflichten sich vertraglich oft nur für ein paar Jahre, viele machen ihre Zahlungen und Verpflichtungen von Erfolgen abhängig. Wenn sich dann so ein Super-GAU wie der Fuentes-Skandal anbahnt, kündigen einige Sponsoren aus Angst vor einem Imageschaden ihre Veträge oder verlängern sie nicht. So geschehen beim Team T-Mobile, welches sich später fast von Grund auf umgekrempelt zu HTC-Columbia transformierte oder Team Discovery Channel, aus dessen organisatorischen Grundgerüst um Lance Armstrong und Johann Bruyneel zwei Jahre später Team Radioshack entstand.

Team Leopard Trek existierte nur eine Saison – Foto: Cindy Trossaert (Flickr) CC-BY-NC

Ungewöhnlich sind dieses Jahr die zahlreichen Fusionen von großen Teams, welche das gesamte Peloton neu sortieren und vor einige Probleme stellt. Eine Fusion führt dazu, dass es zu viele Fahrer, Masseure, Techniker und die doppelte Anzahl an Mitarbeiter gibt, die sich teilweise nach neuen Jobs umsehen müssen. Zum Beispiel wurde der zwei-Jahres-Vertrag von Fabian Wegmann durch die Fusion seines Teams mit Radioshack mehr oder weniger nichtig, sodass er relativ spät in der Saison ohne Team da stand, jedoch letzten Endes bei Garmin-Cervélo unterkam. Verschiedene Fahrer mit den selben Ambitionen (z.B. Sprinter mit Ziel, bei der Tour de France zu starten und Etappen zu gewinnen) müssen sich innerhalb eines fusionierten Teams neu arrangieren und beweisen. Sie werden entweder zu Anfahrern oder Domestiken degradiert oder starten bei “beschissenen kleinen Rennen” – wie Mark Cavendish einst über Sprinter- und HTC-Columbia Teamkollege Andre Greipel sagte. (weiterlesen …)

Radsport in Deutschland im Jahr 2012

Radsport in Deutschland im Jahr 2012

Wann hörten die Leute in Deutschland auf sich für Radsport zu interessieren? Wann erreichte der Radsport in Deutschland seinen Tiefpunkt? Da der moderne Radsport in Deutschland seine besten und schlimmsten Zeiten mit Jan Ullrich erlebte, ist diese Frage eng mit seiner Person verknüpft.

Der Kaiser und der deutsche Radsport-Boom

Ulle mit typischem Radfahrer Ellenbogen, im Hintergrund Andi Klöden mit Kahnbeinbruch im rechten Handgelenk – Foto: ReneS (Flickr) CC-BY

Ulle war jahrelang Posterboy der deutschen Radsportszene, nach seinem Toursieg im Jahr 1997 herrschte in Deutschland ein Boom, vergleichbar mit dem Wimbledon-Sieg von Boris Becker, welcher viele Leute plötzlich dazu bewog einem Tennisverein beizutreten.

Neun Jahre später, im Jahr 2006, sollte Jan Ullrichs Comeback folgen, Lance Armstrong ging (das erste Mal) in Rente und Ulle war in Topform. Doch nachdem seine Verstrickungen in den Fuentes-Skandal öffentlich wurden, bekam er noch vor Beginn der Tour von der UCI ein Startverbot. Ein bei einer Razzia in der Klinik des ursprünglichen Gynäkologen Fuentes gefundener Blutbeutel konnte ihm später nach DNA Analysen eindeutig zugeordnet werden. Nach BKA Ermittlungen hatte Jan Ullrich den “Dopingsarzt” Eufamio Fuentes in den Jahren 2003 bis 2006 insgesamt 24 Mal besucht. Das Zivilverfahren, welches das Team T-Mobile gegen ihn führte wurde zwar eingestellt, der internationale Sportsgerichtshof CAS ermittelte jedoch weiter. (weiterlesen …)

Warum rasieren sich Radsportler die Beine?

Warum rasieren sich Radsportler die Beine?

Ja warum eigentlich nicht? Wie sieht das denn aus: haarige Beine in engen Shorts…

Von der Ästhetik mal abgesehen; es hat einige Vorteile, sich als Profirennfahrer die Beine zu rasieren. Auch als ambitionierter Hobbyradsportler gelten glatte, braune Beine als Statussymbol, jede Krampfader ist ein Zeugnis für das bereits durchgestandene Leiden auf dem Rad und die hart erarbeiteten Muskeln kommen einfach besser zur Geltung. Ausserdem gehört es einfach dazu. Du hast ein teures Rad, die schönste Uniform aber haarige Waden? Bei deiner nächsten Tour durch den Deister werden dich alte Männer auf Rädern wahrscheinlich auslachen. (weiterlesen …)

Wie man den Galibier bezwingt – Fahrtechnik am Berg

Wie man den Galibier bezwingt – Fahrtechnik am Berg

Das Hauptfeld hält in der Regel eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 40km/h in einer Bergetappe, wie ist das überhaupt möglich?

Egal ob dieses Jahr die Tour de France halt macht in Alpe d’Huez, am Tourmalet oder den höchsten Berg der Tourgeschichte – den Galibier; um dem Besenwagen zu entkommen, sollte man sich bestimmte Techniken aneignen:

Galibier 1991 – Foto: Steve Selwood (Flickr) CC-BY-ND-SA

1. Sitzen bleiben

Im Stehen verbraucht ein Fahrer 12% mehr Sauerstoff und der Puls erhöht sich um 8%. Soviel zu den harten Fakten: im Stehen fahren ist unnötige Energieverschwendung. Man sollte versuchen die Ellenbogen (die Hände mittig am Lenker halten) zu entspannen und den Rücken gerade zu halten, damit das Atmen einfacher fällt. Je mehr dein Oberkörper sich bewegt, desto offensichtlicher ist es für deine Gegner, dass du am Limit bist; Lance Armstrong würde dir seinen berühmten “Look” geben und eiskalt attackieren. Etwas zu wippen hilft trotzdem dabei, deinen Rhythmus beizubehalten. (weiterlesen …)