Die Saison 2014

Die Geschichte des Stundenweltrekords

Die Geschichte des Stundenweltrekords

Der Stundenweltrekord ist wieder in alles Munde seit Jens Voigt am 18. September 2014 den Rekord brechen und seine Profikarriere zu einem krönenden Abschluss bringen konnte. Für viele Radfahrer gilt er als Prestigetitel in den Palmares, Fabian Cancellara, Tony Martin und Bradley Wiggins bringen sich seit Jahren immer wieder als Anwärter ins Gespräch. Doch der Rekord war jahrelang strengen Auflagen unterworfen, um die Vergleichbarkeit der Leistungen im Angesicht der technischen Neuerungen beizubehalten. Im Mai 2014 jedoch ändere die UCI die Regelungen und öffnete den Wettbewerb, mit der Absicht den Rekord wieder attraktiver zu machen. Wie entwickelte sich also die legendäre Stunde auf der Bahn im Laufe der Geschichte und was bedeuten die neuen Regeländerungen für den Rekord?

Francesco Moser bei seinem Stundenweltrekordversuch 1984 in Mexico

Francesco Moser bei seinem Stundenweltrekordversuch 1984 in Mexico

Was ist der Stundenweltrekord?

60 Minuten gegen die Uhr – dieses einfache Konzept ist im strengsten Sinne ein Test von Kraft und Ausdauer eines Athleten. Die zurückgelegte Entfernung gilt hier als Maßstab.

Eines der größten Streitpunkte der Geschichte des Stundenweltrekords ist jedoch, ob es letztendlich um Geschwindigkeit oder Ausdauer geht. Mithilfe der technologischen Entwicklungen waren Fahrer wie Francesco Moser und später Chris Boardman in der Lage, den Rekord zu brechen. Doch unter strengen Gesichtspunkten ist die Leistung beider nicht Vergleichbar, auch weil beide den Rekord an unterschiedlichen Orten aufstellten.

Kann man die Entwicklungen und Umstände überhaupt so weit beschränken, dass es nur noch um Kraftakt an sich geht?

Die frühen Anfänge

Um die Jahrhundertwende gehörten unter anderem der Gründer der Tour de France, Henri Desgrange, sowie einem der ersten Sieger der Rundfahrt, Lucien Petit-Breton zu den ersten Titelhaltern. Der Amerikaner Willie Hamilton überschritt im Jahr 1989 die 40 km-Grenze in Denver, wahrscheinlich auch mit Hilfe dünnen Luft in Colorado.

Im Laufe der nächsten 70 Jahre schafften es Fahrer wie Fausto Coppi (45,798 km), Jaques Anquetil (46,159 km) und Roger Rivière (47,347 km) sich gegenseitig zu überholen und an die 50km-Grenze heranzufahren. Doch erst Eddy Merckx setzte den Maßstab für die nächsten 28 Jahre.

Eddy Merckx und die unmöglichen 49,431 Kilometer

Eddy Merckx' Hour Record Bike Specifications

Merck’s Rad im Detail

Im Jahr 1972 gewann der damals 27-jährige Eddy Merckx Mailand-San Remo; Flèche Wallonne; Lüttich-Bastogne-Lüttich; die Lombardei-Rundfahrt, die Giro und die Tour de France und hatte noch genug Energie, um am 25. Oktober einen neuen Stundenweltrekord aufzustellen.

Merckx fuhr ein Stahlrad mit der Geometrie eines Straßenrads, doch dies war nur eines von vielen ungewöhnliches Details. Durch zahlreiche Bohrlöcher, ultra leichten Reifen und einem speziell angefertigtem Vorbau aus Titan, war das von Ernesto Colnago zusammengestellte Rad nur 5,4 Kilogramm schwer. Durch die von seinen darauffolgenden Konkurrenten genutzten technischen Neuerungen sollte dieses Rad, so der Beschluss der UCI im Jahr 1997, als Standard für alle folgenden Versuche gelten.

Zudem kam der Umstand, dass Eddy Merckx den Versuch in einem Velodrom in Mexico City absolvierte – 2250m über dem Meeresspiegel. Während Ferdinand Bracke erst drei Jahre zuvor aufgrund von Höhenkrankheit und akuter Atemnot seinen Versuch aufgeben musste, war Eddy Merckx besser vorbereitet. Er trainierte zuhause mit einer Sauerstoffmaske, welche die dünne Luft der Stadt simulieren sollte. Das heimische Höhentraining schien zu helfen, Merckx setzte die Marke auf 49,431 km.

Drei Jahre zuvor war der Däne Ole Ritter der erste Fahrer, der die Höhe des Wettkampfortes in Mexiko nutzen konnte. Er versuchte Merckx den Titel im Jahr 1974 wieder abzunehmen, was ihm jedoch nicht gelang. Ein Kamerateam war dabei und zeigt im Film „The Unmögliche Stunde“, welche Vorbereitung und mentale Verfassung dazu gehört, um den Rekord zu brechen. Der Film ist unter seinem englischen Titel relativ einfach via Google zu finden, hier ein Ausschnitt .

 Aerodynamische Vorteilsnahme

Im Clip zu sehen: Francesco Moser, enger Freund von Ole Ritter, dreimaliger Sieger von Paris-Roubaix und Sieger der Giro d’Italia. Moser nahm im Jahr 1984 selbst den Stundenweltrekord in Angriff. Er übertraf Merckx‘ Rekord um fast zwei Kilometer, jedoch wich sein Rad erheblich von dem seines Vorgängers ab, denn in den 12 Jahren zwischen den Versuchen hatte sich in Sachen Aerodynamik einiges getan.

Moser nutzte nicht nur einen Bullhorn Lenker, welcher eine windschnittigere Sitzposition erlaubte, sondern auch zwei Scheibenräder und eine Rahmengeometrie mit abfallenden Oberrohr (siehe erstes Foto oben). Merckx beschwerte sich über den technischen Vorteil des Italieners, doch die UCI ging erst im Jahr 1997 auf das Problem der technischen Unterschiede am Rad ein. Moser’s Rekord wurde erst im Jahr 1993 vom Schotten Greame Obree übertroffen.

Boardman vs Obree

Es war nicht nur die Tatsache, dass ein nicht-Profi den Rekord des legendären Italieners übertraf, sondern auch wie: Greame Obree baute sich sein Rad unter anderem aus Teilen einer Waschmaschine (das Kugellager) selbst zusammen, flog auf eigene Rechnung nach Norwegen, buchte dort ein Velodrom, und brach, nachdem sein erster Versuch scheiterte, den Rekord um 9 Uhr morgens im zweiten Versuch mit 51,596 km. Obree gewann den Titel ohne den Vorteil der Höhenmeter, jedoch anders als seine Vorgänger, auf einem überdachten Rundkurs.

Eine weitere Eigenheit: Bei seinem Rekord nutzte Obree einen sehr kurzer Lenker ohne Vorbau, wobei die Arme angewinkelt am Körper über den Oberschenkeln lagen. Obree hielt den Titel nur knapp eine Woche, denn der Goldmedaillengewinner von Barcelona 92′ und GAN-Profi Chris Boardman überholte ihn in Bordaux um knapp 700 Meter. Boardman fuhr ein Carbonrad mit Carbonlaufrädern und einem Triathlonlenker.

Greame Obree beim Training in der nach ihm benannten Position, und  hier bei seinem Rekordversuch

Greame Obree beim Training in der nach ihm benannten Position

Doch Obree holte sich in seiner ungewöhnlichen Position im Jahr 1994 den Rekord zurück. Nachdem der Lenker von der UCI verboten wurde, entwickelte er daraufhin die „Superman Position“, bei der die Arme ausgestreckt nach vorne auf einem Anbau lagen. Damit (jedoch noch immer auf dem selben Rad wie 1993 ) gewann er 1995 die Bahnweltmeisterschaft in der Einzelverfolgung. Die UCI verbot die Position zunächst erneut, nahm die Entscheidung jedoch später wieder zurück. Hein Verbruggen fand bekanntermaßen keinen großen Gefallen am erfinderischen Schotten.

Zwischen September und November 1994 boten sich Miguel Indurain (auf dem berühmten Pinarello Espada) und Tony Rominger ein Duell um den Rekord. Beide nutzten Triathlonaufsätze. Im Jahr 1996 wurde Chris Boardman mit beeindruckenden 56.375 Metern erneut Rekordhalter – in der Superman Position auf einem Rad aus dem Hause Eddy Merckx.

Channel 4 verfolgte die Entwicklungen beider Fahrer in einer Dokumentation aus dem Jahre 1994:

Die UCI setzt alles auf Anfang

Immer mehr Fahrer versuchten sich mit unterschiedlichen Aufbauten am Stundenweltrekord, bis sich die UCI gezwungen sah, technische Restriktionen einzuführen. Im Jahr 1997 trat die Regelung in Kraft, bei der nur ein Aufbau ähnlich wie Eddy Merckx‘ Rad aus dem Jahr 1972 erlaubt war. Ein „einfaches“ Rad mit normalem Lenker. Somit wurden alle Rekorde ab 1972 annulliert.

Dies hielt Chris Boardman jedoch nicht davon ab, es im Jahr 2000 noch einmal zu versuchen. Er nutzte ein „einfaches“ von der UCI abgesegnetes Carbonrad, mit Rennradlenker und Speichenrädern. Im letzten Jahr seiner Profikarriere brach der an Osteoporose leidende Engländer Merckx‘ Rekord um knappe 10 Meter. Auch hierzu eine interessante Doku:

2005 setzte der Russe Ondřej Sosenka den Rekord auf 49,700 km fest. Es war der letzte Rekord unter der alten Regelung.

Die Regeländerungen von Mai 2014 – Jens Voigt & Matthias Brändle

Seit dem 15. Mai setzte die UCI unter dem neuen Vorsitz von Brian Cookson dem hin und her ein Ende. Die Regelung wurde zusammengestrichen, erlaubt ist nun jedes moderne, von der UCI erlaubte Bahnrad, welches man z.B. auch bei den Weltmeisterschaften zu sehen bekommt.

Der erste der die Möglichkeit nutzte war Jens Voigt. Der 43-jährige nutzte den legendären Rekord als Finale seiner Karriere – und dies ist ihm mit zurückgelegten 51,115 km geglückt. Knapp sechs Wochen später zog der 19 Jahre jüngere Österreicher Matthias Brändle (IAM Cycling) mit 51,852 km nach. Jens Voigt führt immerhin noch seine Altersklasse an.

Wie ist die Änderung zu bewerten? Es ist einerseits nicht sicher, wie lange der neue Rekord halten wird, da es nur geringe Vergleichsmöglichkeiten gibt und sich in naher Zukunft weitere Fahrer, unterstützt von Sponsoren, daran versuchen werden. Allerdings sind die neu aufgestellten Entfernungen mehr oder weniger standardisiert, da auch Entwicklungen an Bahnrädern nur langsam voranschreiten.

Natürlich ist die Leistung von Eddy Merckx anders zu bewerten, als die von Jens Voigt – nicht nur aufgrund der örtlichen Unterschiede. Aber wie ist das unter völlig neutralen Umständen überhaupt möglich? Fabian Cancellara ist der erste der meckert, aber es spricht schließtlich nichts dagegen, dass er den Rekord mit der Merckx-Ausstattung fährt.

Was letztendlich zählt: das Duell zwischen Boardman und Obree war wohl gerade aufgrund des offenen Wettbewerbs spannend. Gerade die technischen Tüfteleien machten es besonders aufregend. Doch was vor allem der rudimentäre Radaufbau von Greame Obree im Vergleich zu dem von Boardman gezeigt hat: letztendlich sind es die Beine, die den Rekord aufstellen.

Vorschau: Die UCI Weltmeisterschaften 2014

Vorschau: Die UCI Weltmeisterschaften 2014

Nachdem Bradley Wiggins beim Zeitfahren am Mittwoch schon eher unverhofft den dreimaligen Weltmeister Tony „Panzerwagen“ Martin beim Zeitfahren besiegt hat, könnte auch der hügelige Kurs beim Straßenrennen am Sonntag für Überraschungen sorgen.

Der Streckenverlauf liegt eher den kräftigen, kletterfähigen Fahrern im Feld, die jedoch auch ihre Reserven für einen eventuellen Sprint am Schluß aufheben können.

Die üblichen Verdächtigen

Peter Sagan ist als Einzelfahrer immer eine Gefahr, mit der man rechnen muss. Der Slowake hatte jedoch in Sachen Platzierungen in diesem Jahr weniger Glück: vier zweite Plätze bei der Tour de France, dafür aber erneut das Grüne Trikot als Sieger der Punktewertung. Die Vuelta ließ er langsam angehen, da er sich nach eigener Aussage auf die Weltmeisterschaft konzentrieren wollte. Ein großer Nachteil für Sagan: er bringt ein schwaches Team mit, welches nur ihn und die beiden Velits-Brüder Peter (BMC) und Martin (OPQS) umfasst.

Foto: Ticino Turismo ( CC-BY-NC

Foto: Ticino Turismo (Flickr) CC-BY-NC

Auch Fabian Cancellara tritt nur mit einer Dreier-Mannschaft an, hat jedoch im Gegensatz zu Sagan in der Vergangenheit bewiesen, dass er sich auch alleine durchsetzen kann. Cancellara hatte sogar das Zeitfahren am Mittwoch ausgelassen, um seine Kräfte für Sonntag zu sparen. Ein besonderer Ansporn für ihn: sein Karriereende ist nicht mehr weit, das nächste Ziel für ihn wäre wohl nur noch der Stundenrekord zu brechen, den Jens Voigt vor kurzem aufstellte (bevor Bradley Wiggins ihn anpeilt).

Bei den Wettmachern ist Simon Gerrans der hohe Favorit, der bei den letzten Saisonrennen eine gute Form bewies und vor knapp zwei Wochen sowohl den Grand Prix Cycliste de Montréal als auch den Grand Prix Cycliste de Québec gewann. Gerrans hat ein besonders starkes Team, muss sich die Leaderrolle jedoch mit Michael Matthews teilen, der in dieser Saison mit Siegen bei der Giro und der Vuelta seinen Durchbruch erlebte. Übrigens: Sportwetten online mit den besten Quoten bei William Hill.

Ein Heimvorteil ist ein notorisch überbewertetes Kriterium, und auch die vielen Top 3 Platzierungen zählen bei Alejandro Valverde’s Vergangenheit nicht viel. „Der Unbesiegbare“ sorgte im letzten Jahr schon für gewaltigen Unmut in seinem Team, als er, wie dieser ihm später vorwarf, seinem Kapitän Joaquim Rodriguez in den letzten Metern nicht half, und daraufhin Valverde’s Teamkollege Rui Costa das Regenbogentrikot gewann. Valverde wird nicht nur aufgrund seiner Haare kontrovers diskutiert, wahrscheinlich auch im eigenen Team.

Geheimfavoriten

Alex Howes, Foto: Wooly Matt (Flickr) CC-BY-NC-ND

Alex Howes, Foto: Wooly Matt (Flickr) CC-BY-NC-ND

Die USA starten mit einem fast jungfäulichen Team. Der mit 34 Jahren älteste Amerikanische Teilnehmer ist Eric Marcotte, der überraschende Landesmeister auf dem US Continental Ligateam SmartStop Pro Cycling. Kapitän wird Garmin’s Alex Howes sein, der nach einer Verletzung spät aber fit in die Saison startete. Die USA stellen vermutlich das erste Team in 10 Jahren, in dem noch kein Fahrer mit Lance Armstrong in einem Team fuhr.

Der Grund warum in jedem Jahr ein Brite als Favorit gehandelt wird, liegt wohl an der Übermacht der Britischen Medien im Radsport. Bei Mark Cavendish hat es im Jahr 2011 hervorragend funktioniert, weil sich das gesamte Team für ihn aufopferte und der Britische Radsport auf dem Höhepunkt seiner Popularität stand. In diesem Jahr ist es fraglich, ob Chris Froome, Pete Kennaugh und Geraint Thomas sich auf den unscheinbaren Teamleader und Teamkollegen Ben Swift konzentrieren werden und ob die Yates Brüder (beide Orica-GreenEdge) nich doch einen Alleingang starten.

Um das Deutsche Team ist es überraschend ruhig, dabei stehen John Degenkolb Fahrer wie Andre Greipel, Simon Geschke, Tony Martin und Paul Voss zur Seite, die ihn über die 254 Kilometer einige Arbeit abnehmen können. Der Kurs ist eventuell ein wenig zu schwer für Degenkolb, der nach dem Sieg des Punktetrikots bei der Vuelta noch einige Tage aufgrund einer entzündeten Wunde im Krankenhaus verbringen musste. Falls es jedoch, wie von einigen vermutet, zu einem Sprint aus einer kleinen Gruppe kommt, hat er des öfteren bewiesen, dass er auch nach einer harten, langen Etappe die letzten Kraftreseven mobilisieren kann.

Dieser Beitrag entstand durch Unterstützung eines Online-Wettbüros

Linktips zur Tour de France 2014

Linktips zur Tour de France 2014

Wer während der Tour de France keine interessanten und unterhaltsamen Hintergrundinfos verpassen will, dem lege ich gern ein paar Links ans Herz.

Die Liste beinhaltet meist englischsprachige Websites – in den deutschen Medien findet ihr wie immer die üblichen Dopingdiskussionen, auf deutschsprachigen Radsportnewswebsites bei Interesse auch lieblose copy & paste dpa-Meldungen. Die Linksammlung ist nicht Tour-Spezifisch und umfasst einige meiner persönlichen Favoriten für die gesamte Saison.

Podcasts

Auf dem Weg zur Arbeit oder beim Bügeln eignen sich Podcasts zum Thema Radsport hervorragend dazu, sich auf den neuesten Stand zu bringen und den üblichen Kantinendiskussionen mit Kollegen über Radsport etwas entgegenzusteuern. Ein iPhone braucht ihr dazu nicht, die Episoden könnt ihr via Rechtsklick auf den Titel auch als Mp3 runterladen.

The Cycling Podcast aka Telegraph Cycling Podcast

Seit nun einem Jahr bietet der Podcasts mit den im englischsprachigen Raum wohl bekanntesten Radsportjournalisten die interessantesten Infos und Gespräche über den Sport. Mit einer jahrelang antrainierten Distanz zum Radsport, jedoch nie ohne Humor, diskutieren das Grundgerüst um Richard Moore, Daniel Friebe und Lionel Bernie als Vor-Ort Kommentatoren aktuelle Entwicklungen und Themen bei der Tour de France. Auch für Einsteiger sehr gut verständlich.

Open Mic with Mike Creed

Ein Podcasts, der zwar nicht immer tagesaktuell von der Tour de France erzählen wird, an den man aber als Radsportfan nicht vorbei kommt. Michael Creed interviewt als Ex-Profi bei US Postal hauptsächlich frühere Teamkameraden und Kontakte aus der US-Liga. Dennoch bekam er schon David Millar, Levi Leipheimer und George Hincapie vors Mikrofon – aus meiner Sicht boten aber gerade diese Podcasts am wenigsten Unterhaltungswert, da die Profis selten etwas von sich preisgeben und in Phrasen verfallen
Creed läuft zu Hochform auf, wenn er gute Freunde interviewt. Anekdoten aus den Teams in denen er fuhr, Rituale wie seinem Teamkameraden mit vollem Tablett in der Hand im Speisesaal die Jogginghose herunterziehen, als Mutprobe im Rennen so lange es geht Händchen zu halten, hautnahe Erzählungen von völliger körperlicher Erschöpfung und Stürzen – ein einzigartiger Einblick ins Peloton.

Websites

Auf Goldene-Speichen.de wird aus hauptberuflichen Gründen nicht sehr viel passieren. Ab und zu gibt es jedoch wie immer lustige Bildchen auf Facebook. Ich verweise hiermit auf Ressourcen mit mehr Motivation:

Livestreams

Wenn man, so wie ich im Münchner DVB-T, weder Eurosport 1 noch Eurosport 2 empfängt, dem lege ich in Sachen Livestreams wie immer die Websites steephill.tv sowie cyclingfans.com ans Herz.

Wer sich den Stress mit ruckelnden Livestreams und penetranten Klickfallen-Werbebanner sparen will, muss sich ein Eurosport-Player Abo zulegen. Dort kann man für knapp 5€ im Monat auch zwischen der deutschen Tonspur mit Jean-Claude „Berufsradfahrer“ Leclerq oder der englischen mit Sean „Twortytwo Kilometers“ Kelly wechseln. Ich finde außerdem, dass Eurosport mir langsam mal einen Gratisaccount zuschleusen sollte.

Newswebseiten

Wer tagsüber Arbeitet oder wem das Unternehmensnetz kein Livestream erlaubt, holt sich die Infos am besten Abends in der Wiederholung auf Eurosport oder auf Cyclingnews.com. Die Extraseite zu Tour de France bietet auf einem Blick Vorschau, Ergebnisse, Rennberichte und Bildergalerien.

Cyclingtips.com.au liefert oft die beeindruckendsten Fotogalerien zur Tour.

ManualForSpeed.com, das Onlinemagazin mit Unterstützung von Castelli (daher sehr Garmin-orientiert) liefert einen, in Deutschland noch immer schmerzlich fehlenden, erfrischenden Einblick ins Renngeschehen. Künstlerisch wertvolle Fotoperspektiven, teilweise zwar etwas zu lange Texte und Interviews aber eine menge Selbstironie machen die Website zu einem unentbehrlichen Linktip.

Hintergründe & besondere Einblicke

Richtige Zahlennerds kommen bei ProCyclingStats.com auf ihre Kosten. Dort gibt es ohne viel Schnickschnack neben Streckeninfos und Ergebnissen auch zahlreiche Daten zu den Fahrern und Teams.

Wer es noch nicht kennt und seinen Freunden und Bekannten nebenbei einmal zeigen möchte, wie man Profiradsport im Jahr 2014 unterhaltam, witzig und sympathisch darstellen kann, kommt an Orica GreenEdge’s Videokanal nicht vorbei. Tägliche Hintergrundvideos zur Tour, hautnah am Team. Leider in diesem Format und Umfang noch immer unvergleichlich in der Radsportwelt.

Das deutsche Team NetApp-Endura ist dank einer Wildcard-Einladung zum ersten Mal bei der Tour dabei. Darunter auch der 28-jährige Rostocker, Ex-Milram Profi und allgemein ziemlich coole Typ Paul Voss, dessen lang gehegter Traum sich in diesem Jahr erfüllt hat. Auf TourdeVoss.de gibt er einen persönlichen Einblick dazu wie es sich anfühlt, am legendärsten aller Radrennen teilzunehmen.

Habt  ihr weitere Linktips? Hinterlasst ein Kommentar oder schreibt mir auf Twitter oder Facebook!

Neue ProTour Teamkits der Saison 2014

Neue ProTour Teamkits der Saison 2014

Frohes Neues! Zum neuen Jahr zeigen die Profi-Radsportteams nach und nach die neuen Designs ihrer Trikots. Hier eine erste Übersicht:

Team Sky

sky_teamkit_2014

Sky’s Trikotausstatter Rapha nimmt die Marginal Gains-Philosophie von Team Sky sehr ernst, dieser minimale Netz-Bodzsuit sorgte jedoch im Voraus  für einige Lacher. Rapha minimalisierte den Sommer Skinsuit so weit, dass die Logos der Sponsoren bei einem Sonnenbrand dauerhaft in die Haut der Fahrer eingebrannt werden könnten. Die Frage, bis wo hin die Profis ihre Beine rasieren, beantwortet sich in dem Fall von selbst. In dieser Frankie Goes To Hollywood-Hommage wird Chris Froome sicher keine Probleme haben an den Türstehern im Berghain vorbeizukommen.

Team Belkin

team belkin teamkit jersey saison 2014

Das Trikotdesign hat sich seitdem die Firma Belkin im letzten Jahr als Hauptsponsor des ehemaligen Rabobank Teams enthüllt wurde nicht geändert. Die einzige interessante Neuerung: Bianchi löst Giant als Radsponsor ab und ist auch nachdem Vacansoleil aus dem Peloton verschwindet weiterhin in der World Tour vertreten. Laut Management können Firmen für bestimmte Rennen einen Platz auf dem Trikot mieten – eine flexible Einnahmequelle.

Omega Pharma – QuickStep

team omega pharma quickstep teamkit jersey saison 2014

Ist Schwarz das neue Blau? Im letzten Jahr schien Dunkelblau der letzte Schrei des Trikotdesigns gewesen zu sein, ein paar Teams rücken nun wieder davon ab.

Team Lotto-Belisol

team lotto belisol teamkit jersey saison 2014

Frischer Wind! Lotto Belisol haben ihr Teamkit für diese Saison komplett überholt und ein Retro Design verpasst. Gelb-Blau-Weiss wird durch ein knalliges Rot-Orange abgelöst. Die Hosen wurden dabei leider etwas vernachlässigt, trotzdem wird Lotto-Belisol sicher eines der sichtbarsten Teams im Peloton sein.

Team Astana

vino4ever_kit

Das kasachische Team Astana entschied sich für eine Huldigung für ihren Staatshelden Alexandre Vinokurov und druckte sein schmerzverzerrtes Gesicht auf die Front- und Rückseite des neuen Teamkits. Nicht wirklich – Hier das neue, eher unspannende Trikot.

Team Movistar

team movistar teamkit jersey saison 2014

Das letzte verbliebende Spanische World Tour Team wird nun von Endura ausgestattet, die Koblenzer Firma Canyon übernimmt neuerdings das Radsponsoring, während Alejandro Valverde auf den offiziellen Teamfotos endgültig die vor ein paar Jahren aufgekommenen Gerüchte um eine vermeintlich erfolgte Haartransplantation ausräumen kann.

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So weit bekannt bleiben FDJ und BMC beim selben Design. Die Enthüllung des neuen Sponsors von Argos-Shimano wird mit Spannung erwartet – spätestens zu Beginn der Tour Down Under am 19. Januar werden alle neuen Designs der World Tour Teams enthüllt!