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Geschichten aus dem Peloton

Über eine eventuelle Rückkehr von ARD & ZDF zur Tour de France

Über eine eventuelle Rückkehr von ARD & ZDF zur Tour de France

oeffentlrechtl_2014Seit der Tour de France 2011 und der Auflösung der deutschen Teams T-Mobile, Gerolsteiner und Milram hat kein öffentlich-rechlichen Sender mehr von der Tour de France berichtet. Nun interessieren sich das Fernsehen vermehrt für die sympathischen neuen deutschen Radsportprofis und es gibt Gerüchte über ein Comeback. Was würde eine Rückkehr der größten deutschen Sender für den Sport bedeuten, ist das Interesse überhaupt noch vorhanden und wie sollten ARD und ZDF das Programm im Sinne der Fans gestalten?

Die Aufmerksamkeit wurde hart erarbeitet

Nicht nur die Etappensiege und Gesamterfolge deutscher Profis und Teams bei der letzten Tour de France zeigen, dass sich Radsport in Deutschland hervorragend vermarkten lassen könnte. Marcel Kittel, Andre Greipel und Tony Martin gewannen zusammen sieben Etappen, das deutsche Team NetApp-Endura stand durch eine Wildcard-Einladung als erstes deutsches Team seit 2010 am Start, deren Fahrer Leopold König, ein Tscheche, schaffte es sogar auf den siebten Rang der Gesamtwertung.

Auch wenn Ulle’s Karriereende bereits sieben Jahre zurückliegt, entspricht sein magentafarbenes Team das erste Bild in den Köpfen der Deutschen beim Stichwort Profiradsport. Seitdem hat jedoch eine neue Generation längst den Großteil der “Helden” abgelöst. Auch finden, mit argwöhnisch betrachteten Ausnahmen, immer weniger Ex-Doper den Weg zurück in den Sport über Management- und Leiterrollen. Die heutigen, jungen Talente verdanken ihre Erfolge auch dem Abgang einer verlorenen Generation, sie konnten sich über die vielen Unkenrufe hinweg behaupten und haben es verdient, sich Gehör zu verschaffen.

  • Der Jedermann-Boom als Vermarktungsinstrument

Die Deutschen stehen dem Radsport durchaus aufgeschlossen gegenüber, zumindest wenn es um den Jedermannsport geht. Insgesamt 4000, meist ausgebuchte Startplätze gibt es beim wohl härtesten Jedermannrennen in Österreich, dem Ötztaler Marathon durch das Ötztal und das Tiroler Mittelgebirge. Über 20.000 Anmeldungen erreicht das größte deutsche Jedermann-Event, die Vattenfall Cyclasics in Hamburg. Deutschland ist für Sponsoren ein unheimlich wichtiger Markt, der jedoch durch die vielen Skandale und das geringe Medieninteresse kaum erschlossen werden kann.

Einerseits kann man nicht automatisch vom Erfolg des Jedermannsports auf ein potentiell hohes Interesse am Profiradsport schließen, abwegig ist es dennoch nicht. Der Radsportboom in Deutschland wurde von Jan Ullrich ausgelöst, unter völlig neutralen Gesichtspunkten kann auch ein Jedermann-Boom ein Interesse am Profiradsport wecken.

  • Ein ziemlich deutsches Problem

ZDF_Tour2011In der Neutralität liegt jedoch das Grundproblem: der Profiradsport in Deutschland ist wie in keinem anderen Land so mit negativer Aufmerksamkeit belegt, die Deutschen sind ausgesprochen nachtragend und begegnen dem Sport voreingenommen und in vielen Foren und Kommentarspalten mit blankem Hohn. Ehemalige Fans ziehen über den Radsport her, als hätte Jan Ullrich ihnen persönlich ans Bein gepinkelt.

Dazu kommt, dass wenn etablierte deutsche Medien schon vom Radsport berichten, oft ein zynischen, flapsigen Unterton und eine nachlässige Recherche dazukommt. Der Fokus liegt dabei auf den “schwierigen” Teams und vernachlässigt dabei, was im Großen und Ganzen drumherum eigentlich passiert. Während britische Medien von aufstrebenden, jungen Franzosen berichten, die bei der Tour 2014 die Plätze zwei und drei belegten, lässt sich die Süddeutsche Zeitung lieber über Alexandre Vinokurov und seinem Siegerteam Astana aus. Das ist kein investigativer Journalismus, das ist rückständig, kleingeistig und am Interesse der Öffentlichkeit vorbeigeschrieben. Und ja: ich bin sauer.

Wer heute Radsportfan ist, dem wird Naivität vorgeworfen, denn der Profiradsport dient noch immer als Aushängeschild für Doping in Ausdauersportarten. Wenn ein Fussball-Physiotherapeut wie Sven Rinke (1. FC Köln) zu Doping gefragt wird, antwortet er „Nutzen würde es bei der Regeneration und teilweise bei der Ausdauer. Aber Fußball ist nicht Radsport – da reichen auch viel Schlaf und ein guter Lebenswandel, um fit zu sein.“ Fußball ist natürlich nicht Radsport, aber im Radsport kann, anders als im Fußball, unverhältnismässiger Kortison- und Schmerzmittelgebrauch auch eine vierjährige Sperre mit sich ziehen.

Aber das Gejammer über die Reputation des Sports im Vergleich zu anderen Sportarten hilft nichts – es geht schließlich darum, die Einzigartigkeit des Radsports herauszustellen. Dazu gehören auch die zahlreichen Kontrollen und im Radsport vorhandenen Alarmmechanismen wie der Blutpass oder grundlegende Einschränkungen durch die No-Needle-Policy.

  • Doping nervt

Auch Lance’s Geständnis ist schon zwei Jahre her. Selbst neue Enthüllungen um Fahrer in zwielichtigen Teams verwundern Fans nicht – weil die meisten wissen und darauf vertrauen, dass es heute auch anders geht. Man könnte es auch mit jahrelang antrainiertem Zynismus erklären, aber die Tatsache, dass die Kontrollen funktionieren und noch immer positiv getestet wird, nimmt einem das flaue Gefühl beim Blick auf die Ergebnislisten.

Man kann ein Team mit einem klaren, sauberen Standpunkt auf die Beine stellen, welches dann die Giro d’Italia gewinnt, so gesehen bei Team Garmin-Sharp. Auch führen technische Neuerungen, viele viele Sponsorengelder und taktische Langweile zwei Jahre in Folge zum Sieg bei der Tour de France, wie bei Team Sky gesehen. Und wenn Lance den Fahrern eins gelehrt hat, ist dass sich Doping sich auf langer Sicht nicht lohnt – irgenwann kommt es zurück und beisst einem in den Hintern.

  • Näher an die Fahrer

MarcelKittel_ZDFInterviewDer Sender Eurosport verdient viel Respekt und unendlichen Dank dafür, dass er dem Radsport in diesem Ausmaß treu geblieben sind. Trotzdem gibt es noch so viel Potential, welches der Sender in der deutschen Fassung verpasst. Viele Fahrer äußern sich ohne PR-Einfluss des Teams frei auf Sozialen Medien wie Twitter und dies umfasst nicht nur lustige Einblicke von der Massagebank. Zwar halten sich die deutschen Profis in den Sozialen Medien eher zurück, geben sie dennoch aufschlussreiche Interviews und Kommentrare in Kanälen abseits von den großen Radsport-Printmedien.

Mittlerweile unterhalten die Videos der Teams nach dem Rennen fast mehr, als die eigentliche Live-Übertragung. Dabei zeigen uns der Erfolg der Teaminternen Videos, wie sehr Fans an einer näheren Berichterstattung interessiert sind. Und das ist sogar physisch gemeint: Livebilder vom Rennrad aus sind derzeit wohl technisch noch nicht möglich, aber die wohl spannendste Innovation der letzten Jahre. Eine Wiederholung des Sprints der Etappe des Vortages aus sich der Fahrer wäre dennoch ein großer Mehrwert für den Zuschauer.

Kommentatoren können stundenlange Übertragungen von Flachetappen nicht nur durch den Hinweis auf das architektonisch schöne Rathaus der nächsten Stadt aufpeppen – wie es den Fahrern geht, erfahren sie meist aus erster Hand, wenn sie nur mal hingehen und fragen. In kaum einer Sportart sind die Athleten zugänglicher und weniger abgeschottet als im Radsport. Anders als in anderen, PR-getrimmten Sportarten verschonen einem die meisten Radsportler zudem mit Floskeln, wenn man sie nicht gerade direkt nach Alpe d’Huez fragt, wie sich die Beine anfühlen.

Es stellt sich die Frage: wen verpflichten ARD und ZDF als Fachmänner? Wer sich ausgiebig mit dem heutigen Sport beschäftigt, kann die alten Gesichter einfach nicht mehr sehen. So unterhaltsam “Höllentour” auch war, Erik Zabel als Fachmann vor die Kamera oder vors Kommentatorenmikro zu holen wäre ein enormer Rückschritt und das absolut falsche Signal. Es würde so aussehen, als ob im Profiradsport alles beim alten geblieben ist und die Radsportberichterstattung die “Goldene Ära” glorifiziert. Ete hat dennoch immer ein Platz in unserem Herzen. Es sei denn er hat noch ein Geständnis vom Geständnis-Geständnis zu machen.

  • Hintergründe und Skurilles

Als langjähriger Fan verliert man schnell aus den Augen, dass viele Dinge für Neulinge interessant sein können, über die man sich selbst längst keinen Gedanken mehr macht. Nicht selten hört man von weniger Radsport-affinen Leuten die Frage, mit wie vielen Gängen die Fahrer eigentlich die Berge hochfahren oder wie man am Rennrad überhaupt schaltet. Auch scheint das Rätsel, wie man als Profi unterwegs die Blase entleert (nicht ohne Grund ist dieser Artikel der beliebteste dieser Website), eine unerklärliche Faszination auf den deutschen Fan auszuüben.

Aber auch Fragen darüber, wie viel die Sportler eigentlich essen und am Ende der Etappe wieder an Kalorien verbrannt haben kommen immer wieder auf und heben hervor, was die Fahrer während einer Rundfahrt eigentlich leisten.

  • Vom deutschen Blick abweichen

Es ist schön zu sehen, dass die deutschen Fahrer vermehrt in die Öffentlichkeit treten und vermehrt weniger doofe Fragen beantworten müssen. Die heutige Generation an Fahrern ist eloquent im Umgang mit den Medien und definitiv nicht auf den Kopf gefallen. Zudem kann sich heute keiner mehr leisten kein Wort Englisch zu sprechen (so wie damals Ulle), denn in den ausländischen Medien genießen deutschen “Stars” große Sympathien.

Die Fahrer kommen aus internationalen Teams und die Teamstruktur im Profiradsport ist zu komplex, um sich auf eine Fahrergruppe zu versteifen. Durch unsichere Sponsorengelder wechseln viele Teamnamen zudem regelmäßig und die Fahrer relativ häufig das Team.

Ein Fokus auf eine kleine Anzahl deutscher Fahrer oder auf ein bestimmtes Team weckt Erwartungshaltungen bei den Zuschauern und baut unnötigen, öffentlichen Druck auf. Jan Ullrich war nie ein Held und auch Jens Voigt fährt nur sehr gerne sein Rennrad. Es muss also ein gesunder Mittelweg zwischen Telekom-Hype und Fanpflege gefunden werden.

Trotzdem: der Weg, neue Fans vom Radsport zu begeistern, führt über die Fahrer. Wenn der potentielle Fan eine Sympathie für einen Sportler entwickelt, setzt er sich gerne mehrere Stunden vor den Fernseher, um ein Rennen zu verfolgen. Dieser Sportler muss nicht unbedingt Deutsch sprechen, um ihn für das deutsche Publikum interessant darzustellen.

Wieso ein Wiedereinstieg wichtig ist

Radsport finanziert sich ausschließlich aus Sponsorengeldern, es gibt kein Geld aus Ticketverkäufen oder Übertragungsrechten. Wenn die Sponsoren also ein großes Publikum erreichen, lohnt ein Investment in den Sport um so mehr. Ein geringeres Gefälle zwischen den Gehältern baut Druck ab, kann (!) zur Fairness des Sports beitragen und tut der gesamten Radsportbranche gut. Radsportfans zeigen sich dankbar: Umfragen haben ergeben, dass immerhin 38% der Radsportfans eher ein bekanntes Sponsoringprodukt kaufen, als ein gleichwertiges Produkt, dessen Namen nicht im Peloton zu sehen ist.

Es ist an der Zeit, dass die großen deutschen Sender wieder über das größte jährliche Sportevent der Welt berichten. Profiradsport ist schöner und sympathischer als noch vor vielen Jahren, gibt ihm eine zweite Chance. Schließlich habt ihr Andrea Kiewel auch eine gegeben.

Brian Cookson’s Versprechungen als neuer UCI Präsident

Brian Cookson’s Versprechungen als neuer UCI Präsident

Das 20-seitige Manifest von Brian Cookson ist bereits seit Ende Juni frei verfügbar, doch erst durch seine Wahl zum neuen Präsidenten der UCI wird dieses Dokument für den Radsportfan interessant.  24 der insgesamt 42 UCI Verbandsfunktionäre stimmten für ihn und sein “Wahlprogramm”, nun liegt es an Cookson,  Fans und Sportler davon zu überzeugen, dass er seine Versprechen einlösen kann.

brian cookson uci president 2013 british cycling

Foto: Pendle BC Flickr CC-BY-NC-ND

Wer ist Brian Cookson?

Der 62-jährge gibt mit seiner Wahl das Amt als Präsidenten des Britischen Radsportverbandes auf, welches er seit 1997 auführte. Auch wenn man ihm die Erfolge von British Cycling sicher nicht alleine zuschreiben kann, begann mit ihm der Aufstieg des Verbandes zum derzeit erfolgreichsten der Welt. Was mit Chris Hoy und den frühen Erfolgen auf der Bahn begann, wurde bis heute mit Team Sky auf der Straße weitergeführt. Der Erfolg kommt durch die Etablierung der British Cycling Academy für Nachwuchstalente und dem Lotto Fund, welcher den Sportlern ein sicheres Einkommen und dem Verband, auch mit Unterstützung der Regierung, die beste Ausrüstung gewährleistet. Radsport boomt in Großbritannien, irgendetwas muss British Cycling unter Brian Cookson richtig gemacht haben.

Brian Cookson machte seine Kandidatur am 04. Juni bekannt und war somit der einzige Herausforderer von Pat McQuaid, welcher das Amt als UCI Präsident seit 2005 innehielt.

Cookson’s Wahlversprechen – die fünf Hauptpunkte

Cookson verfasste sein Manifest unter dem Slogan “Vertrauen wiederherstellen, Veränderung anführen” und führt fünf, breit gefächerte Hauptpunkte an, mit denen er die Verbände von sich überzeugen wollte. Dabei zielt er, gerade mit dem Slogan, auch auf die Unterstützung der Radsportfans ab.

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Jens Voigt’s neues Rad

Jens Voigt’s neues Rad

Die treusten Fans hat Jens Voigt wohl bekanntermaßen in Amerika, wo er fast schon als Kultfigur verehrt wird. Vor Kurzem kündigte er an, die Tour de France zwar nicht mehr fahren zu wollen, aber für die Rennen in Amerika gerne noch einmal seinen Vertrag zu verlängern. Nach der Tour of Utah besuchte er gestern die Trek World Messe, wo ihm vom neuen Hauptsponsor seines Teams ein neues Rad überreicht wurde. In seinem wohl (diesmal wirklich endgültig) letztes Jahr als Profi wird Jensie also ein Trek Madone mit besonderem Paintjob fahren.

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Beklebt ist das Rad mit vielen Jensie-typischen Einzelheiten. Der Umstand, dass er mit einem harten, eigensinnigen Akzent spricht, dass er seine Familie liebt und den Spruch “Shut up Legs” geprägt hat.

Die Namen von Jens Voigt’s sechs Kindern +  Ehefrau sind das erste, was er sieht, wenn er aufs Rad steigt

Jens Voigt Trek Rad Kindernamen

“Shut up Legs” – sein mittlerweile unglaublich überbeanspruchte Motivationsspruch darf natürlich auch nicht fehlen:

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Jens Voigt begann seine Karriere in einem kleinen australischen Team und fuhr übrigens (glücklicherweise?) nie für ein deutsches Team. Von ZVVS-Giant-AIS ging es zu Crédit Agricole, dann zu Bjarne Riis’ Team CSC, welches später Saxo Bank hiess, bevor er mit den Schleck Brüdern zu Leopard, später Radioshack-Nissan/Radioshack-Leopard wechselte und in dessen Nachfolgerteam, Trek, auch seine letzte Saison bestreiten wird.

jens voigt trek rad teamtrikots karriere

Seine Karriere begann Jensie in der ehemaligen DDR, genauer in Rostock, wo auch Jan Ullrich und viele weitere, spätere Radsportprofis durch das ostdeutsche Sportakademiesystem geprägt wurden.

Jens voigt trek rad ddr ostdeutschland

jens voigt trek rad friendensfahrt detail peace racejens voigt trek rad amateur weltcup weltmeisterstreifenJens Voigt hat als Superdomestik nicht viele bedeutende Siege eingefahren und hat seine Stärke immer in Ausreissergruppen unter Beweis gestellt. Zu seinen wohl prägendsten Siegen gehören also die Rennen, die er in seiner Jugend gewann. Die Friendensfahrt, das bedeutendste ostdeutsche Rennen, die “Tour de France des Ostens”, gewann Jens Voigt im Jahr 1994 im Alter von 23 Jahren. Auch die Friedenstaube auf dem Steuersatz soll daran erinnern. Daraufhin führte er die Weltrangliste der Amateure an und verbrachte die nächsten vier Jahre im Sportkader der Bundeswehr. Erst im Jahr 1998 wurde Jens Voigt Profi, durch die Hilfe des ostdeutschen Coaches Heiko Salzwedel, der an die Australische Sportakademie wechselte und ihn dort bei ZVVS-Giant-AIS unter Vertrag nahm.

Und falls noch jemand vergisst, wem dieses Rad gehört:

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Hochauflösende Fotos von diesem Rad gibt es es bei Velonation.

Die Redaktion erkundet Swansea

Die Redaktion erkundet Swansea

Die südwalisische Stadt Swansea ist nicht unbedingt für eine blühende Radszene bekannt. Fakt ist, dass sich vor Bradley Wiggin’s Toursieg kaum ein Brite fürs Radfahren interessiert hat – allerdings hat Swansea seit Jahren eine etablierte Fixed Gear Szene.

Ich hatte das Vergnügen Tyron Francis von thefootdown.co.uk kennenzulernen, der seinen Blog seit 2009 betreibt und über Skateboarding in die Fixed Szene gelang. Er zeigte mir die Gegend auf dem Rad und zu Fuß –  ich war mehr als positiv überrascht von der wunderschönen Gegend.

thefootdown.co.uk swansea

Swansea hat eine reiche Geschichte, von dem Aufstieg der Stadt durch die Kupferwerke, der Schiffbauindustrie über die Arbeiterstreiks unter Margret Thatcher. Die Stadt wurde durch die Bombardements der Nazis im zweiten Weltkrieg weitesgehend zerstört und in den 60ern wieder aufgebaut. Alte Postkarten zeichnen kein schönes Bild der Stadt – Beton und Stahlwerke prägen das Stadtbild, aber seinen besonderen Charme erhält die Stadt durch die entlang der Hänge aufgereihten alten Arbeiterhäuser.

Swansea liegt in einem Tal – allgemein ist Wales überraschen hügelig, auf unseren Touren entlang der Küste ist es natürlich weitgehend flach, wenn man jedoch ins Innere abbiegt, begegnen einem direkt knallharte Anstiege mit Steigungen bis zu 30%. Etwas weiter nördlich im Südwesten liegt der Nationalpark Brecon Beacons kann man fast ungestört Serpentinen erklimmen.

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Falls es euch also jemals nach Südwales verschlägt, sagt Hallo in der Urban Cyclery und bei Tyron!

Was Team Sky so an Musik hört

Was Team Sky so an Musik hört

Sky Pro Cycling ist so weit ich weiss das erste Team, welches Spotify als PR-Mittel erkannt hat. Seit über einem Jahr veröffentlicht das Team regelmässig neue, überraschend stilsischere Playlists zu verschiedenen Themen. Die aktuellste Liste ist dabei die Tour de France Playlists, zusammengestellt aus Empfehlungen der Fans:

Das Beste daran: die Fahrer selbst erstellen Listen und geben uns somit einen aufschlussreichen Einblick in deren teilweise recht vielfältigen Musikgeschmack. Christian Knees’ Spitzname: German Gangsta (mehr …)

Greg Henderson, Adam Hansen & Andre Greipel auf einem Tiësto Konzert?

Greg Henderson, Adam Hansen & Andre Greipel auf einem Tiësto Konzert?

Naa, alles nur ein Scherz. Oder?

 

 

Belgische Medien haben die Story direkt aufgegriffen: (mehr …)

Fabian Cancellara, Fashion Model

Fabian Cancellara, Fashion Model

Fabian Cancellara ist neben Bernie Eisel wohl einer der Ladie’s Favorites im Peloton. Spartacus (so sein selbstgewähler Spitzname) sieht selbst in Hosenträgern zu CSC-Bootcamp Zeiten ziemlich sexy aus, kein Wunder dass der englische Fashionblog & Online Shop Mr Porter ihn vor Kurzem für ein Modeshooting gebucht hatte.

Foto: Cedric Bihr/Mr Porter

Foto: Cedric Bihr/Mr Porter

In dem kleinen Artikel sieht man wie Fabu beim Serpentinen hoch laufen einfach nur gut aussieht, ein bisschen rum fährt oder total intensiv in die Kamera schaut.

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Warum sich Sponsoring im Radsport lohnt – Der Cyclingnews Sponsoring Report

Warum sich Sponsoring im Radsport lohnt – Der Cyclingnews Sponsoring Report

Die britische Radsportnewsseite Cyclingnews.com hatte es sich zur Aufgabe gemacht herauszufinden, welchen finanziellen Wert das Sponsoring eines Radsportteams dem Unternehmen bietet – auch um potentiellen neuen Sponsoren aufzuzeigen, dass man im Radsport im Vergleich zu anderen klassischen Martketingmaßnahmen für wenig finanziellen Einsatz vergleichsweise viel Aufmerksamkeit bekommt. Der Report zeigt: im Vergleich zu konventionellen Werbemaßnahmen durch Werbeclips und Printanzeigen, generiert Radsportsponsoring eine unvergleichlich große Aufmerksamkeit für die platzierte Marke: 325 der knapp 700 Firmen, die derzeit im Radsport aktiv sind, generierten allein in der Saison 2012 einen Werbewert von über zwei Milliarden Dollar.

Foto: Anthony Cramp (Flickr) CC-BY-ND

Foto: Anthony Cramp (Flickr) CC-BY-ND

Um eine Einheit festzulegen, die den Wert der Aufmerksamkeit für den Sponsor bemisst, benutzt Cyclingnews den Begriff „brand exposure”, den ich im Folgenden mit „Sichtbarkeit” übersetzt habe. Cyclingnews beauftragte das Statistikunternehmen Repucom, welches Fernsehbilder aus allen WorldTour Rennen auswertete und weitere nötige Daten sammelte, um daraus den Wert „brand exposure” in Dollar zu errechnen. Die drei ausschlaggebenden Kriterien, die in diesen Wert mit einberechnet wurden, sind:

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Radsportklassiker in Kürze erklärt: Mailand – San Remo

Radsportklassiker in Kürze erklärt: Mailand – San Remo

Bei diesem Rennen kann man sich nie genau sicher sein, wer gewinnt. Eigentlich wird Milan – San Remo durch die überwiegend flachen Abschnitte als Sprinterrennen bezeichnet, dazu hat es für einige reine Sprinter jedoch zu viele Anstiege, genannt “capi”, die zudem jeden reinen Sprintzug ins verderben führen. Auch durch den Umstand, dass die Fahrer, wenn sie San Remo erreichen, schon bis zu sieben Stunden im Sattel saßen, erschwert für viele die Ambitionen auf einen finalen Sprintsieg. Seit 1982 ist die Strecke um die 298 Kilometer lang, somit ist “La Primavera” das längste aller UCI Rennen. Dementsprechend gemischt die Siegerliste: zwischen Sprintern wie Mark Cavendish, Mario Cipollini und Erik Zabel (Zabel gewann hier vier Mal), tummeln sich auch Klassikerspezialisten wie Fabian Cancellara, Pippo Pozzato und Oscar Freire. Aber auch Überraschungssieger, wie im Jahr 2012 der kompakte Allrounder Simon Gerrans, haben hier eine Chance zu gewinnen. Unübertroffen bleibt jedoch der 7-fache Sieger von Mailand – San Remo: Eddy Merckx.

Alessandro Petacchi gewann hier im Jahr 2005 - Foto: Julius Kusuma (Wikimedia Commons) CC-BY-SA

Alessandro Petacchi gewann hier im Jahr 2005 – Foto: Julius Kusuma (Wikimedia Commons) CC-BY-SA

Die Strecke verläuft über die ersten 150 Kilometer sehr flach, es wird sich erst ein mal warm gefahren, bis beim 142. Kilometer der Passo del Turchino mit 532 Höhenmetern auf die Fahrer wartet, der erste und “schwerste” Berg auf dem Streckenprofil. Ab dem 200. Kilometer werden die ersten Fahrer am La Mànie abgehangen. 25 Kilometer vor dem Ziel ist der vorletzte “capi”, der Cipressa zu bezwingen, spätestens dann geht es um die richtige Positionierung: Wer sich hier nicht an das richtige Hinterrad hängt und Energie spart, wird in den letzten Kilometern den Kürzeren ziehen. Entlang der Küste erreicht das Peloton nicht selten bis zu 60 Km/h, um zehn Kilometer vor dem Ziel den Poggio in Angriff zu nehmen. Nur drei Kilometer lang, mit einem Abschnitt über 8% nicht besonders schwer, jedoch mit bereits 290 Kilometern in den Beinen nicht zu unterschätzen. Enge Straßen, in denen die Favoriten nicht selten den Anschluss zur entscheidenden Gruppe verlieren und eine komplizierte Abfahrt, machen das Rennen auf den letzten Kilometern vor San Remo noch ein mal spannend. (mehr …)

Urteilsspruch aus Luxemburg: Fränk Schleck’s positive Dopingprobe auf das Duiretikum Xipamid

Urteilsspruch aus Luxemburg: Fränk Schleck’s positive Dopingprobe auf das Duiretikum Xipamid

Ich hatte bereits kurz nach Fränk Schleck’s positiver A-Probe berichtet, sechs Monate später folgt nun der Urteilsspruch in der ersten Instanz:

Der Disziplinarausschuss der Luxemburger Antidopingagentur ALAD verturteilte Fränk Schleck heute zu einem Jahr Sperre aufgrund einer positiven Dopingprobe auf das Diuretikum Xipamid. Die positive Probe wurde am 14. Juli festgestellt, seine Sperre wird somit auf diesen Tag zurückdatiert, d.h. er kann  ab dem 14. Juli 2013 wieder offiziell an Rennen teilnehmen.

Fränk Schleck - Foto: Sill Lab (Flickr CC BY-NC-ND

Fränk Schleck, mittlerweile auf TREK-Rädern bei Radioshack-Leopard unter Vertrag – Foto: Still Lab (Flickr ) CC BY-NC-ND

Fränk Schleck zu dem Urteil:

„In meinen Augen, ist die Entscheidung, mich für ein Jahr zu sperren, zu hart, da die ALAD davon ausgeht, dass ich unfreiwillig ein verseuchtes Produkt zu mir genommen haben. Leider sind die Regeln der UCI aber so, dass dies reicht, um einen Sportler zu sperren. Ich bin jedoch froh darüber, dass die Richter zurückbehalten haben, dass es sich nicht um einen Dopingfall handelt und dass es von meiner Seite aus kein Wille da war, meine Leistungen zu verbessern.”

Da Xipamid kein Dopingmittel an sich darstellt, sondern in der WADA Verbotsliste durch die diuretische Wirkung als Verschleierungsmittel gilt, wird Fränk Schleck nur indirekt des Dopings verdächtigt. Ihm drohte eine 2-Jährige Strafe, da laut WADA Code jeder Sportler selbst dafür verantwortlich ist, was in seinem Organismus gelangt. Die ALAD begründete seine Entscheidung (hier der Urteilsspruch auf Französisch), die Strafe um ein Jahr herabzusetzen, mit der geringen Menge des Mittels: 0,1 Nanogramm/Milliliter Xipamid seien in der Blutprobe gefunden worden. Ausserdem zeigte sein Biologischer Pass unter anderem einen normalen Hämatokritwert von 40%, was nicht auf Doping hinweist oder eine Verschleierung von Mitteln wie z.B. EPO, welches den Hämatokritwert deutlich anhebt, begründen könnte. Eine entnommene Blutprobe vom 24. Juli deute auch nicht auf verbotene Mittel wie Anabole Steroide hin, so der Urteilsspruch. Zeuge und Teamkollege Maxime Monfort gab an, während der Tour de France 2012 praktisch ununterbrochen mit Fränk Schleck zusammen gewesen zu sein, ihm sei nichts verdächtiges aufgefallen.  (mehr …)